Berlin / Für Regulierung sei der Gesetzgeber zuständig. Der flüchtige Manager Marsalek könnte sich in Belarus aufhalten.

Der Chef der Finanzaufsichtsbehörde Bafin, Felix Hufeld, weist Vorwürfe gegen seine Behörde im Zusammenhang mit dem Wirecard-Skandal zurück – und sieht die Politik in der Pflicht. „Wir erfüllen genau die Aufgaben, die uns der Gesetzgeber vorgibt – alles andere ist in einer Demokratie nicht zulässig“, sagte Hufeld der „Welt am Sonntag“. „Wir können nicht einfach machen, was wir wollen. Menschen, die behaupten, dass so ein Betrug mit einer anderen Aufsicht nicht möglich gewesen wäre, streuen den Bürgern Sand in die Augen.“

Der flüchtige Ex-Vorstand von Wirecard, Jan Marsalek, könnte sich einem Bericht zufolge derweil  in Belarus aufhalten. Im russischen Ein- und Ausreiseregister, das auch das benachbarte Belarus umfasse, sei für Marsalek eine Eintragung nur Stunden nach seiner Freistellung bei Wirecard zu finden, berichtete der "Spiegel" am Samstag. Im Juni war zunächst spekuliert worden, Marsalek halte sich auf den Philippinen oder in China auf. Die Daten waren jedoch gefälscht.

Der Zahlungsabwickler Wirecard hatte im Juni mutmaßliche Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt, die Staatsanwaltschaft München ermittelt gegen mehrere aktuelle und ehemalige Manager. Auch an der Finanzaufsichtsbehörde Bafin und am Finanzministerium ist Kritik laut geworden. dpa/afp