Giengen / rei Das erste Wirtschaftsgespräch in diesem Jahr mit Vertretern zahlreicher Unternehmen fand in den Räumen der Firma Ziegler statt.

Der Feuerwehrausrüster Ziegler war der Ort des ersten Unternehmergesprächs in diesem Jahr. Das Interesse an der Veranstaltung war groß, zahlreiche Verantwortliche der großen Giengener Arbeitgeber hatten die Einladung angenommen. Eine breite Themenpalette reichte von der Wirtschaftslage einzelner Unternehmen über den geplanten Industriepark an der Autobahn bis hin zu einem Appell für regionalen Zusammenhalt.

100 Mitarbeiter mehr

Das Gespräch fand im neuen Ziegler-Fanshop statt, von dem aus zunächst eine Besichtigung des Werks unter Leitung von Sven Kneer stattfand, bevor der Finanzverantwortlicher von Ziegler, Bernd Ganselmann, über die aktuelle Situation des Giengener Unternehmens berichtete. Seit der Integration in den chinesichen CIMC-Konzern befindet sich das Unternehmen laut Ganselmann wieder auf einem guten Weg. So sei die Zahl der Mitarbeiter um 100 auf 680 am Standort Giengen gestiegen. Kürzlich habe man ein neues Werk mit 250 Beschäftigten im kroatischen Kutina eröffnet. Die wieder gute Stimmung im Unternehmen soll sich auch im neuen Eingangsportal mit Fanshop widerspiegeln: Der Shop ist unter anderem bei Fahrzeugabholungen sehr gefragt, so Ganselmann.

Regionaler Zusammenhalt

Nadine Kaiser, neue Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für die Region Ostwürttemberg (Wiro), präsentierte die Perspektiven der örtlichen Wirtschaft im regionalen Zusammenhang. Dabei betonte sie die große Bedeutung des Netzwerkgedankens für die Außenwahrnehmung der Region. „Gerade in Bereichen wie Standortmarketing und Bündelung von Know-how können durch eine regionale Zusammenarbeit enorme Synergieeffekte geschaffen werden. Austausch und Teilhabe bieten am Ende viele Vorteile.“ Die Wiro sieht sich hier als Partner der Unternehmen in Ostwürttemberg in vielerlei Hinsicht – von der Gründung über Finanzierung, Fachkräftegewinnung, Entwicklung, Internationalisierung bis hin zu Standortmarketingfragen steht die Gesellschaft als Kontaktlotse bereit.

Arbeitsmarktzahlen verbessern

Oberbürgermeister Dieter Henle berichtete über aktuelle kommunale und wirtschaftspolitische Themen in Giengen. Auch wenn die Lage insgesamt sehr gut aussehe, gebe es Punkte, an denen gearbeitet werden müsse. Dies gelte insbesondere für die Arbeitsmarktzahlen: „Wir brauchen mehr Beschäftigte in Giengen. Ich weiß, dass ich damit bei vielen von Ihnen aufgrund des Fachkräftemangels offene Türen einrenne. Dennoch gibt es zwei wichtige Ansatzpunkte: Punkt eins ist das Thema Qualifizierung, Punkt zwei die Entwicklung unseres Gesamtsystems.“ Er verwies auf aktuelle Daten, nach denen besonders im verarbeitenden Gewerbe viele An- und Ungelernte beschäftigt sind: Bei den Arbeitslosen von Giengen liegt die Zahl der Personen ohne einen beruflichen Abschluss bei 55 Prozent. Im Bereich der Grundsicherung geht die Zahl hoch bis auf knapp 80 Prozent. 18,2 Prozent der Beschäftigten in Giengen sind ebenfalls ohne Ausbildung. Er stellte ein Strategiepapier vor, das die Unternehmen in der Verbesserung dieser Situation unterstützen soll.

Attraktiver Wirtschaftsstandort

Henle nutzte die Gelegenheit, um auf die aus einer Sicht großen Vorteile des geplanten Gewerbegebietes Giengener Industriepark A 7 für die hiesigen Unternehmen hinzuweisen. Er erwähnte zudem die Auszeichnung Giengens als „Attraktiver Wirtschaftsstandort“ und die positiven Kriterien der Stadtentwicklung: neue Baugebiete, die Perspektiven für die Innenstadt, die Schulentwicklungsplanung, Pläne für Freizeit und Tourismus sowie die aktive Bürgergesellschaft: „Es ist dieses „An-einem-Strang-Ziehen“, die enge Zusammenarbeit, die uns in Giengen auszeichnet“, betonte er.

Das nächste Unternehmertreffen soll im Herbst stattfinden.