Im Rahmen des Auftakts zum diesjährigen digitalen Kreativforum Ostwürttemberg setzte Tina Kammer, Architektin und Mitgründerin von Interior.Park Stuttgart, zusammen mit Wolfgang Grupp jun. von der Textilfirma Trigema Impulse, wie Nachhaltigkeit im Produktdesign praktisch umgesetzt werden kann und welche Chancen dies für Unternehmen birgt.

Vom Ende her denken

„Wir müssen lernen, vom Ende her zu denken“, erklärt Kammer. Denn für die Entwicklung kreislauffähiger Lösungen spiele neben der Energieeffizienz die Materialauswahl zu Beginn der Produktgestaltung eine ebenso wichtige Rolle. Produktdesign und Innenraumgestaltung spielen eng zusammen, weshalb auch die Architektur stets mitgedacht werden müsse. Nachhaltiges Produktdesign erfordere darum die Verzahnung verschiedener Fachbereiche und branchenübergreifendes Denken.

Bauschutt als Ressource

Insbesondere in der Baubranche müsse das Lebenszyklusende noch verstärkter mitgedacht werden, wenn es um die Materialauswahl ginge. Durch intelligente Auswahl und Montage könnte Bauschutt als vermeintliches Abfallprodukt als Ressource für andere Branchen rückgewonnen werden. „Haben Sie Mut für neue Lösungsansätze“, ermuntert Kammer.

Wolfgang Grupp jun. befasste sich mit nachhaltigen Produktlösungen in der Textilindustrie. Das schwäbische Familienunternehmen Trigema steht für „100 Prozent made in Germany“ und erfüllt damit bereits durch die gesetzlichen Vorgaben viele wesentliche Umweltstandards. Es brachte 2006 als erster deutscher Textilhersteller ein vollkompostierbares T-Shirt auf den Markt. Von der Auswahl der Produktzutaten über die Lieferketten bis hin zum Produktionsprozess – sämtliche Schritte entlang der Wertschöpfungskette sind an den Kriterien der Nachhaltigkeit ausgerichtet.

Zunehmende Bedeutung

Dass dem Thema auch in der breiten Gesellschaft eine zunehmend größere Bedeutung zukommt, zeigt die wachsende Nachfrage nach ökozertifizierten Produkten, die auch Trigema insbesondere bei der jüngeren Kundengruppe feststellt. Ebenso stark wächst auch die Akzeptanz und Identifikation seitens der Mitarbeitenden, ergänzt Kammer. „Unternehmen werden zukünftig mit ihrem Engagement im Bereich Nachhaltigkeit bei der Fachkräfteakquise werben müssen.“

Dreiteilige Veranstaltungsreihe


Das Kreativforum Ostwürttemberg steht dieses Jahr unter dem Titel „Nachhaltigkeit im Produktdesign – Impulse für kreative Lösungen“. In der dreiteiligen Veranstaltungsreihe erfahren die Teilnehmer, wie Unternehmen kreative Lösungen entwickeln, von der Produktgestaltung bis zum Eventmanagement. Die Teilnahme an den Videokonferenzen mit MS Teams ist kostenfrei und wird von der regionalen Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH Region Ostwürttemberg (Wiro) in Kooperation mit der Kontaktstelle Frau und Beruf Ostwürttemberg – Ostalbkreis, der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd und der Wirtschaftsförderung der Stadt Aalen angeboten und von der MFG Baden-Württemberg unterstützt. Das Kreativforum richtet sich an alle Akteure der Kultur- und Kreativbranche, regionale Unternehmen, Studierende, Start-ups sowie sonstige Interessierte.

Nächste Termine: 17. Juni ab 17 Uhr und 19. Oktober ab 17.30 Uhr. Programm und Anmeldung: www.ostwuerttemberg.de/veranstaltung

pm