Die Vollversammlung der Industrie und Handelskammer Ostwürttemberg (IHK) hat sich in ihrer digitalen Juni-Sitzung intensiv mit der aktuellen wirtschaftlichen Situation auseinandergesetzt.

„Noch immer ist die aktuelle Situation von der Pandemie überlagert. Bleibt zu hoffen, dass hier bald in der gesamten Region Inzidenzwerte erreicht werden, die weitere Öffnungsschritte ermöglichen“, erklärte IHK-Präsident Markus Maier. Doch auch jenseits von Corona würden sich die politischen Uhren weiterdrehen. Über allem stehe der Klimaschutz als die klare Dominante für die Arbeit der nächsten fünf Jahre.

Viele Beratungen

Zahl- und umfangreiche Regelungen zur Pandemie prägten auch die Arbeit der IHK Ostwürttemberg im bisherigen Jahresverlauf. Die telefonischen Beratungen hierzu summieren sich insgesamt auf mittlerweile über 10 000, und die Corona-Sonderseiten auf der IHK-Homepage verzeichnen zwischenzeitlich über 66 000 Besucher, wie stellv. IHK-Hauptgeschäftsführer Thorsten Drescher berichtete.

Engpässe als Preistreiber

In der jüngsten IHK-Konjunkturumfrage wurden als Top-Risiken neben der Corona-Pandemie eine schwächelnde Inlandsnachfrage sowie steigende Energie- und Rohstoffpreise genannt. Maier: „Einige Waren sind derzeit kaum verfügbar. Die Gründe hierfür sind vielschichtig.“ Stimmen aus der Vollversammlung sprechen von teils katastrophalen Engpässen in der Versorgung mit Rohstoffen, insbesondere bei Holz, Stahl und auch Kunststoffen.

Lebendige Start-up-Szene

Markus Schmid, Leiter Gründung & Unternehmensservice bei der IHK, berichtete über die Start-up Szene Ostwürttemberg, die auch unter den Rahmenbedingungen der Corona-Pandemie weiter sehr aktiv sei. „Insgesamt 120 Gründungsvorhaben wurden vorangebracht, rund 70 Start-ups sind derzeit unternehmerisch erfolgreich oder entwickeln ihre Geschäftsmodelle weiter“, erklärte Schmid. Manche hätten sogar einen Schub bekommen. Der Verein Start-up Region sucht weitere Verstärkung: Gesucht sind Mentoren für junge Gründerinnen und Gründer, Mitglieder bei den Business Angels der Start-up Region Ostwürttemberg oder Unternehmen, die Interesse an einer Zusammenarbeit mit Start-ups haben.

Resilienz-Award vergeben

Traditionsgemäß stellte der aktuelle Vorsitzende der Wirtschaftsjunioren Ostwürttemberg (WJ) den Mitgliedern der Vollversammlung sein Jahresprogramm vor. 2021 steht Michael Wolfsteiner der Vereinigung vor. Erstmals wird gemeinsam mit dem Wirtschaftsclub Ostwürttemberg ein Resilienz-Award für Unternehmen in der Region verliehen.

Wolfsteiner: „Hintergrund ist die Corona-Pandemie. Die Wirtschaft in Ostwürttemberg hat gezeigt, dass sie sich neu erfinden kann, neue Geschäftsmodelle kreieren kann und so neue Produkte und Ideen und sogar neue Arbeitsplätze entstehen konnten.“ Dieses nachhaltige Unternehmertum wird honoriert.