Frei nach Goethe im Faust: „Mir wird von alledem so dumm, als ging ein Mühlrad in meinem Kopf herum“. Eine der jüngsten Klimabotschaften lautet: „Klimawandel stört Erdrotation“.

Die Gletscher-Schmelze verstärke die Unwucht der Erddrehung. Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger Achtung, vorsichtshalber bitte die Kaffeetassen festhalten. Wer weiß was noch kommt. Nein, ich will mich nicht über den Klimawandel lustig machen. Aber ständig neue Angst auslösende Nachrichten sind keineswegs hilfreich. Es ist anstrengend genug, überhaupt zu verstehen, was derzeit geschieht mit unserm Klima, und wie die Politik damit umgeht oder auch nicht. Der Reihe nach.

Ich will zunächst eines der grundlegenden Erkenntnisprobleme adressieren. Klimaforschung fußt auf Beobachtungen, Messungen, Analysen und Prognosen. Den Prognosen liegen komplizierte Simulationen zugrunde, mit denen versucht wird, die zukünftig zu erwartende Klimaentwicklung abzubilden. Die Modelle, auf denen unsere derzeitigen politischen Entscheidungen maßgeblich fußen, gehen davon aus, dass der CO2 Anstieg und die damit verbundene Erderwärmung weitgehend oder sogar nur von uns Menschen verursacht ist.

Obwohl der sogenannte Weltklimarat das so sagt, ist es keineswegs erwiesen. Es spricht sogar einiges dafür, dass es nicht so ist, dass es auch noch andere wichtige das Klima bestimmende Einflüsse gibt, wie etwa die Ozeanzyklen, das Magnetfeld der Sonne und die Sonnenstrahlung.

Übrigens, auch in der vorindustriellen Zeit gab es Kalt- und Warmzeiten, sind Gletscher gewachsen und geschmolzen, hat die Natur geblüht und gelitten. Grönland war schon früher teilweise einmal Grünland. Es ist gar nicht gesichert, dass die heutige Erderwärmung eine Einbahnstraße ist.

Wir tun jedoch gut daran, den Entwicklungen nicht Ihren Lauf zu lassen, sondern Maßnahmen zu ergreifen, um den weiteren Temperaturanstieg auf der Erde und die Ansammlung von CO2 in der Atmosphäre zu bremsen.

Was ist zu tun?

Maßgeblich ist das Klimaübereinkommen von Paris. Fast 200 Staaten haben sich im Jahr 2016 auf das globale Ziel verständigt, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter auf unter 2 Grad Celsius, möglichst sogar unter 1,5 Grad, zu begrenzen. Es obliegt den Vertragsstaaten geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Deutschland hat sich mit seinen strammen Zielen einmal mehr als Musterschüler hervorgetan. Und das war nicht das Ende der Fahnenstange. Erst jüngst hat das Bundesverfassungsgericht mit seinem problematischen Nachhaltigkeitsurteil die Bundesregierung geradezu beflügelt, im Rahmen des sogenannten „Klimapaktes Deutschland“ nochmals mehrere Schippen drauf zu legen. So soll unser CO2 Ausstoß noch weiter gesenkt und bereits bis zum Jahr 2045 „Klimaneutralität“ angestrebt werden. Das ist der Zustand, bei dem durch unser Handeln keine weitere Erderwärmung zu erwarten ist.

Unverbindliche Maßnahmen und Ziele

Was leider weitgehend unverbindlich bleibt, sind die konkreten Maßnahmen, um die Etappenziele und das Endziel zu erreichen. Absehbar ist, dass die als zielführend angesehenen Instrumente, wie  verstärkter Emissionshandel, Elektrifizierung, Isolierung der Bausubstanz, neue Heiztechniken, und vor allem zügigerer Ausbau von Windkraft und Solarenergie, nicht ausreichen und nicht zeitgerecht realisiert sein werden, um die selbst auferlegten Klimaziele zu verwirklichen.

Zu erwarten ist jedoch, dass den Bürgern und der Wirtschaft weitere Belastungen und Regularien drohen, und die Frage im Raum steht, wer das alles bezahlen soll. Vielleicht haben wir ja Glück! Sollte das Wachstum der Weltbevölkerung nachlassen und auch die natürlichen Klimafaktoren greifen, wäre viel gewonnen. Auf keinen Fall dürfen wir die Lösungen in noch mehr staatlicher Regulierung suchen.

Mehr Marktwirtschaft und Selbstverantwortung

Es bedarf mehr Marktwirtschaft, mehr Selbstverantwortung, großen Freiraum und nachhaltige Förderung von (Sprung-) Innovationen und neuer Technik - ohne einengende Vorgaben!

Die bisherigen  Erfahrungen sind leider ziemlich ernüchternd. Der klimafreundlichen Atomenergie wurde übereilt der Garaus gemacht, die Kohleverstromung wird geopfert, weil die Speicherung von CO2 tabu ist, Erdgas ist nicht „grün“ genug, dem Verbrennungsmotor droht der Tod, obwohl es  Kraftstoffe gibt, die ihm noch ein langes Leben erlauben könnten, Wasserkraft ist Naturschützern ein Greul, die Infrastruktur für die Windenergie hängt weit zurück, die Wasserstoffwirtschaft steht ganz am Anfang, die CO2 Entnahmen aus der Luft ebenso.

Was dagegen hervorragend gedeiht in Deutschland, sind unsere Angst- und unsere Verbotskultur! Wenn wir so weiterwursteln, schwächen wir nur die Wettbewerbsfähigkeit unserer Wirtschaft und werden obendrein ganze Zweige unserer Industrie opfern oder vertreiben. Dem Weltklima ist damit nicht gedient, den Bürgern Deutschlands und ihren Arbeitsplätzen nur geschadet.

Wir werden dann nämlich den Stahl, das Kupfer, viele Chemikalien, das Papier, den Karton, den Zement, aber auch Strom und mehr im Ausland kaufen müssen, teilweise in Ländern mit wesentlich geringeren Klimastandards. Demnächst sind Wahlen. Wir haben die Wahl!