Umweltverschmutzungen aufgrund von Plastikmüll zählen zu den aktuell größten Herausforderungen. Lange Zeit wurden nachhaltige Alternativen zu erdölbasierten Verpackungen gesucht. Eine innovative Lösung sind die vielseitig anwendbaren Barrierepapiere, die recycelfähig und idealerweise biologisch abbaubar sind. Der Streichprozess bei diesen Papieren ist anspruchsvoll, da neben dem einwandfreien Auftrag einer oder mehrerer funktionaler Schichten auch die Trocknung der teils temperaturempfindlichen Auftragsmedien eine Herausforderung darstellt.

Um das weltweit gestiegene Kundeninteresse an Versuchen mit Barrierepapieren und flexiblen Verpackungslösungen zu bedienen, baute Voith seine Versuchsstreichmaschine im Technology Center in Heidenheim umfassend um und brachte sie auf den neuesten Stand der Technik.

Direkt in die Praxis

„Voith ermöglicht seinen Kunden mit der modernisierten Versuchsstreichmaschine äußerst flexible Pilotversuche mit verschiedenen Beschichtungsvarianten für alle Sorten von Spezialpapieren, grafischen Papieren sowie Karton- und Verpackungspapieren - und das bei einer höchst effizienten Trocknung“, sagt Frank Opletal, CTO Voith Paper. „Kunden können die gewonnenen Erkenntnisse direkt auf die Praxis anwenden. Durch die Produktion kleiner Chargen für Markttests oder der Vergleich verschiedener Anlagenkonzepte erhalten unsere Kunden eine viel höhere Planungssicherheit für mögliche zukünftige Projekte.“

18 Beschichtungsvarianten

„Mit dem Umbau unserer Versuchsstreichmaschine erhöhen wir die Flexibilität nochmals deutlich“, so Uwe Fröhlich, Senior Manager R&D Pilot Operations bei Voith. Insgesamt können 18 verschiedene Beschichtungsvarianten durch die modular aufgebauten Streichstationen getestet werden. So lassen sich beispielsweise die beiden SpeedSizer AT Stationen nicht nur für den klassischen Filmauftrag, sondern auch als Leimpresse oder High Penetration SpeedSizer nutzen. Neben den bestehenden Auftragsverfahren mit den SpeedSizern oder dem DynaCoat zum Rollrakel- oder Blade-Streichen kommt bei hochfunktionellen Barrierepapieren vor allem der neue DynaLayer zum Einsatz. Mit seiner kompakten Curtain-Coating-Technologie können bis zu drei Strichschichten gleichzeitig aufgetragen werden.

Hocheffiziente Trocknung

Besonders bei der Herstellung von Barriere-, aber auch bei vielen anderen gestrichenen Papieren ist die sorgfältige und punktgenaue Trocknungsführung sehr wichtig. Eine zu intensive Trocknung birgt das Risiko von Blasenbildung in der Strichschicht, was die Barriereeigenschaften zerstören würde.

Eine zu schonende Trocknung hingegen kann auch Mängel verursachen, vor allem dann, wenn die Strichschicht an nachfolgenden Leitwalzen noch nicht vollständig getrocknet ist. Voith legte daher beim Umbau der Versuchsstreichmaschine ein besonderes Augenmerk auf die Trocknungstechnik. „Mit dem Umbau realisierten wir die Möglichkeit einer berührungslosen Trocknung über eine Bahnführung von bis zu 40 Metern“, so Fröhlich.

Acht Trockner im Einsatz

Acht Trockner, wovon der letzte auch als Kühler verwendet werden kann, sorgen für eine zuverlässige Trocknung. Die eingesetzten Infrarot-Trockner sind mit der neusten Infrarotstrahler-Generation ausgestattet – den HelioX-Strahlern, die sich durch eine hohe Effizienz bei vergleichsweise niedrigen Emissionen auszeichnen. Eine weitere Besonderheit der neuen Trockner ist, dass die Ober- und Unterhaube der Trockner, je nach Bedarf, getrennt beheizt werden können. Rund 200 Sensoren zur Messung trocknungsspezifischer Parameter und innovative Automatisierungstechnik ermöglichen eine Vielfalt von Analyse- und Prozesssteuerungsmöglichkeiten.

Voith Paper als Teil der Voith Group


Der Konzernbereich Voith Paper ist Teil der Voith Group. Er liefert der Papierindustrie das breiteste Angebot an Technologien, Services und Produkten auf dem Markt und bietet Papierherstellern ganzheitliche Lösungen aus einer Hand.