Heidenheim / HZ Das Team der Kontaktstelle Frau und Beruf Heidenheim bietet seit zwölfeinhalb Jahren kostenlose und neutrale Unterstützung für Frauen.

Das 1994 vom Land Baden-Württemberg ins Leben gerufene Landesprogramm Kontaktstellen Frau und Beruf feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Jubiläum. Im Landkreis Heidenheim kann man auf die Hälfte, nämlich zwölfeinhalb Jahre Kontaktstellenarbeit, zurückblicken. Mehr als ein Jahrzehnt, in dem sich die Anlaufstelle für ratsuchende Frauen zu den Themen Beruf und Arbeitswelt kontinuierlich weiterentwickelt hat. Fast 300 Beratungen – sei es persönlich, telefonisch oder zunehmend auch per Mail – und ein vielfältiges Programm an Workshops, Seminaren oder auch Unternehmensbesuchen bieten die Mitarbeiterinnen inzwischen jährlich. „Früher war der Wiedereinstieg ein zentrales Thema, heute sind die Themen vielschichtiger, von Fragen zu Bewerbungsunterlagen über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bis zum Umstieg in einen anderen Beruf. Auch aktuelle Themen wie zum Beispiel der Zuzug von Geflüchteten haben an Bedeutung gewonnen“, erklärt Annette Rosenkranz, Leiterin der Kontaktstelle Frau und Beruf in Heidenheim. „Wir freuen uns sehr, dass die Kontaktstelle so gut angenommen wird, durch aktuelle zielgruppenspezifische Themenschwerpunkte versuchen wir das noch zu fördern und weitere Frauen zu erreichen.“ Dazu zählen etwa Angebote für Frauen mit Migrationshintergrund. Bereits im dritten Jahr läuft hierbei das Mentorinnenprogramm, in dem eine Mentorin eine Frau mit Migrationshintergrund im Thema „Arbeiten in Deutschland“ über einen Zeitraum von bis zu neun Monaten mit ihrem Wissen u. a. über Berufsfelder und Organisationsstrukturen und ihren Kontakten unterstützt. „Bislang konnten wir zwölf Tandems bilden, wobei fünf derzeit miteinander arbeiten. Im kommenden Jahr wollen wir wieder neue Tandems bilden und freuen uns wenn sich weitere Frauen, die Interesse haben als Mentorinnen zu helfen, melden“, so Karin Niederführ, die in der Kontaktstelle Frau und Beruf Heidenheim das Mentorinnenprogramm betreut. Wie sie betont, ist das Programm nicht nur eine wichtige Unterstützung bei der Orientierung am deutschen Arbeitsmarkt und um Kontakte zu knüpfen, sondern durchaus auch ein möglicher Schritt in den Beruf. „In einer landesweiten Evaluierung haben Ende 2018 rund 50 Prozent der Mentees angegeben, einen Arbeitsplatz gefunden zu haben“, berichtet Karin Niederführ.

Gemeinsam mit Verena Weiler, Teamleitung Integration und Ehrenamt im Stabsbereich Migration und Ehrenamt, und dem Kreis-Bildungskoordinator Frank Neubert wird zudem bereits im zweiten Jahr eine Veranstaltungsreihe für Migrantinnen geboten, in welcher den Frauen unter anderem direkt bei Arbeitgebern Einblicke in Berufe geboten werden. In Niederstotzingen wurde zudem ein Gesprächscafé für Frauen mit Migrationshintergrund initiiert. Aufgrund der guten Resonanz wird dieses Konzept auch in anderen Gemeinden zukünftig angeboten.

Zum täglichen Geschäft gehören zudem die Beratungstermine, die in den vergangenen Jahren verstärkt dezentral stattfinden. So werden inzwischen Sprechstunden in Heidenheim, Giengen, Niederstotzingen und Dischingen angeboten und in Giengen und Sontheim/Brenz gibt es zusätzlich regelmäßig Bewerbungsmappenchecks. Hinzu kommen zahlreiche Veranstaltungen – von Seminaren und Workshops über Coaching-Termine bis zu themenspezifischen Veranstaltungsreihen (beispielsweise für Existenzgründerinnen) –, die ebenfalls in verschiedenen Kommunen im Kreis angeboten werden. „Veranstaltungen und Angebote vor Ort sind auch für die Städte und Gemeinden ein Mehrwert und gerade für die Frauen wichtig, die nicht so mobil sind“, betont Susanne Walter, Beraterin der Kontaktstelle. „Uns ist es wichtig, dass die Frauen möglichst unkompliziert und bei Bedarf auch schnell Beratung erhalten können, sei es bei Fragen oder wenn eine Bewerbung gegengecheckt werden soll.“

Um gerade im Veranstaltungsbereich ein breitgefächertes Angebot bieten zu können, haben die Mitarbeiterinnen der Kontaktstelle die Kooperationen mit unterschiedlichen Organisationen innerhalb des Landkreises wie zum Beispiel der Volkshochschule Heidenheim, dem Integrationszentrum Heidenheim und der IHK Ostwürttemberg in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut. Ebenfalls intensiviert wurden die Fachgespräche mit Unternehmen – zum einen um Frauen Unternehmenseinblicke bieten zu können aber auch um beispielsweise für das Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu sensibilisieren. „Das ist uns sehr wichtig, denn für viele Frauen ist das eine große Herausforderung gerade beim Wiedereinstieg in den Beruf oder auch wenn sie aus einem anderen Land nach Deutschland gekommen sind“, so Annette Rosenkranz. Was sie besonders freut ist, dass zwischenzeitlich auch Unternehmen von sich auf die Kontaktstelle zugehen. „Das Vertrauen ist da. Das zeigt uns ebenso wie die Beratungszahlen, dass unsere Arbeit ankommt.“