Heidenheim / pm Die jüngsten Ergebnisse der IHK-Konjunkturumfrage zum Frühjahr 2019 liegen vor: Demnach bewertet der Großteil der regionalen Wirtschaft die aktuelle Lage noch überwiegend positiv.

Die Ergebnisse der jüngsten IHK-Konjunkturumfrage zum Frühjahr 2019 liegen vor: Demnach bewertet der Großteil der regionalen Wirtschaft die aktuelle Lage noch überwiegend positiv. Fast 40 Prozent der befragten Unternehmen verzeichneten in den letzten Monaten Umsatzsteigerungen, und auch die Ertragslage bewerten gut 30 Prozent noch immer positiv. Allerdings fallen die Geschäftserwartungen bei Umsatz und Export verhaltener aus als noch zum Jahresbeginn. 43 Prozent der Unternehmen bewerten ihre aktuelle Geschäftslage mit „gut“. Das sind knapp 13 Prozentpunkte weniger als im Frühjahr 2018. Ebenso stieg, wenngleich auf sehr niedrigem Niveau, der Anteil der Betriebe, die ihre Geschäftslage mit „schlecht“ bewerten um drei Prozentpunkte auf sechs Prozent an.

Die etwas gedämpftere Stimmung setzt sich auch mit Blick auf die Beschäftigung fort. So gehen nur noch 15 Prozent (Vorjahr 20 Prozent) der Betriebe von steigenden Beschäftigtenzahlen in den nächsten zwölf Monaten aus. Ähnlich verhält es sich bei den Auftragseingängen. Knapp 24 Prozent gehen von rückläufigen Auftragseingängen aus (Vorjahr 9 Prozent). Trotz dieser leicht negativen Tendenz bewerten in Summe nur fünf Prozent der befragten Unternehmen ihre aktuelle Ertragslage mit „schlecht“. 64 Prozent (Jahresbeginn: 50 Prozent) urteilen mit „befriedigend“ und 31 Prozent (Jahresbeginn: 46 Prozent) mit „gut“. IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle: „Positiv sind dennoch die im Vergleich zum Jahresbeginn 2019 stabil gebliebenen Exporterwartungen, während die Umsatzerwartungen insgesamt etwas verhaltener ausfallen. Das liegt daran, dass das Risiko „Inlandsnachfrage“ seit Langem wieder auf Platz 1 bei den Top-Risiken von den Betrieben genannt wird.“

Hinsichtlich der geplanten Investitionen ist es für die IHK-Chefin erfreulich, dass immer mehr Unternehmen auch in die Digitalisierung investieren; für 38 Prozent der Unternehmen ist dies das Hauptmotiv bei den Inlandsinvestitionen. Jedes zweite Unternehmen sieht Gefahren für die eigene wirtschaftliche Entwicklung im Fachkräftemangel und bei der Inlandsnachfrage. Eberle: „Die Unternehmen nehmen nun auch wieder die Energie- und Rohstoffpreise deutlicher als zuvor als Risiko wahr. Diese Entwicklung spiegelt auch die derzeitige Diskussionskultur in diesem Themenbereich wider.“

Problemlose Finanzierungen

Für 2019 bewertet fast die Hälfte der Unternehmen ihren Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten mit „gut“. Trotzdem beklagen knapp 84 Prozent (vgl. Vorjahr 71 Prozent) die damit verbundenen zu hohen Sicherheitsanforderungen. Als Gründe für eine schlechte oder gar keine Finanzierung nennen die Befragten hohe Zinsen, eine aufwendige Dokumentationspflicht und hohe eigene Finanzierungsanteile. Der Anteil der Unternehmen, die keine externe Finanzierung benötigen, ist von 22 Prozent im Vorjahr auf aktuell 30 Prozent gestiegen.

Blick in die Landkreise:

Die Unternehmen im Landkreis Heidenheim melden eine mehrheitlich positive Lage mit stabilen Umsatzzahlen. Etwas mehr als die Hälfte der Betriebe bewertet vor dem Hintergrund gestiegener Umsätze die aktuelle Lage mit „gut“. Die Geschäftserwartungen sind im Vergleich zum Vorjahr leicht rückläufig. Dennoch gehen 32 Prozent der Unternehmen von besseren Geschäften in den nächsten zwölf Monaten aus. Insbesondere in der Industrie hat sich die Ertragslage im Vergleich zum Jahresbeginn 2019 verbessert. Die Unternehmen im Landkreis empfinden die Energie- und Rohstoffpreise als Risiko Nummer 1, gefolgt vom Fachkräftemangel auf Platz 2. Im Ostalbkreis zeigt sich ebenfalls eine stabile Lage. So bewerten 39 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage mit „gut“. Die Umsatzzahlen fallen im Vergleich zum Vorjahr etwas weniger positiv aus, so sprechen nur noch 32 Prozent von gestiegenen Umsätzen. Auch die Geschäftserwartungen zeigen sich leicht verhaltener als zum Jahresbeginn. So erwarten nur noch 20 Prozent bessere Geschäfte. Als größtes Risiko nennen die Unternehmen die Inlandsnachfrage, gefolgt vom Fachkräftemangel. Erfreulich ist, dass in beiden Landkreisen und damit in Ostwürttemberg bei den Investitionen der Stellenwert der Digitalisierung immer mehr zunimmt. Nach den Investitionsmotiven Ersatzbedarf und Rationalisierung steht die Digitalisierung mittlerweile an dritter Stelle.

Blick in die Branchen

Die Industrie ist zu 86 Prozent in ihren Kapazitäten hoch ausgelastet. Dennoch sind leicht rückläufige Tendenzen bei Umsatz und Auftragseingang zu verzeichnen. Rund 40 Prozent der Betriebe melden gleichbleibende, knapp 42 Prozent gestiegene Umsätze. Als größtes Risiko bewerten 59 Prozent die Energie- und Rohstoffpreise. Auffällig ist, dass mit knapp 31 Prozent fast doppelt so viele Unternehmen als im Vorjahr, die Wirtschaftspolitik als Risiko einschätzen. Der Handel sieht seine Geschäftslage etwas besser als zum Jahresbeginn 2019 jedoch schlechter als vor Jahresfrist. 44 Prozent beurteilen die eigene Lage mit „gut“, 2018 war dies noch bei 60 Prozent der Fall. Auch die Ertragslage hat nachgelassen. Größtes Risiko bleibt weiterhin der Fachkräftemangel, gefolgt von der Inlandsnachfrage. Auch im Handel wird die Digitalisierung immer wichtiger: Mittlerweile nennen 70 Prozent der Unternehmen die Digitalisierung als Hauptmotiv für Investitionen; ein Anstieg um 40 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr. Die positive Bewertung der Geschäfts- und Ertragslage im Baugewerbe hat sich weiter fortgesetzt. Mit „gut“ beurteilen 71 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage. Knapp 30 Prozent geben an, dass die Bauproduktion gegenüber dem Vorjahresquartal gestiegen ist. Die wichtigsten Risikofaktoren bleiben weiterhin der Fachkräftemangel, Energie- und Rohstoffpreise sowie die Arbeitskosten. Knapp 40 Prozent der Unternehmen in der Dienstleistungsbranche bewerten ihre Geschäftslage mit „gut“. Überwiegend wird eine Fortsetzung des bisherigen Geschäftsverlaufs erwartet. Allerdings schätzen fast 60 Prozent (Vorjahr 30 Prozent) der Befragten die Inlandsnachfrage als höchstes Risiko ein. Auf Platz 2 bleibt der Fachkräftemangel.