Notwendig geworden war das neue System wegen der kontinuierlichen Produktionserweiterungen am Standort, vor allem bei Induktivitäten für die Automobil-Industrie. Allein in den vergangenen zwei Jahren wurde die Fertigungskapazität für Datenleitungsdrosseln, Induktivitäten für die Kommunikationstechnologie und Leistungsinduktivitäten auf 16 Produktionslinien verdoppelt. „Es war einfach an der Zeit, für diese enorm gestiegenen Anforderungen ein innovatives Lagerkonzept aufzubauen“, sagt Standort-Sprecher Thomas Dörken. Besonders wichtig war, dass wir unsere Lieferfähigkeit während des Umbaus zu jedem Zeitpunkt sicherstellen konnten, sodass es keinerlei negative Auswirkungen auf unsere Kunden gab.“

Geschäft zieht wieder an

Die Induktivitäten sind in Autos in vielen Komfort- und Assistenzsystemen verbaut, sowohl in Modellen mit Verbrennungsmotoren als auch in Elektrofahrzeugen. Viele Hersteller rüsten damit jetzt auch kleinere und einfachere Fahrzeuge aus und bringen sie als Sondermodelle auf den Markt. „Wir spüren, wie das Geschäft gerade wieder anzieht“, sagt Dörken.

Standort gut vorbereitet

Darauf ist der Standort, an dem derzeit rund 540 Mitarbeiter beschäftigt sind, gut vorbereitet. „Mit dem neuen System konnten wir unsere Bestände deutlich ausbauen“, sagt Jochen Binder, Leiter von Lager und Versand. Bei gleichbleibender Gesamtfläche erhöhte sich die Anzahl der Lagerplätze von rund 2900 auf 7700, die Warenbewegungen stiegen von 66 000 auf 130 000 pro Jahr.

Drei Meter pro Sekunde

In dem neuen Lager gibt es keine Regale und auch keine Gänge dazwischen. Stattdessen kommen Behälter zum Einsatz, die alle gleich groß sind und in einer Aluminium-Konstruktion übereinander gestapelt werden. Auf der obersten Ebene fahren kleine Roboter wie auf Schienen. Jeder wiegt 130 Kilo und ist mit einer Geschwindigkeit von rund drei Metern pro Sekunde ziemlich schnell unterwegs. Häufig benötigte Produkte werden in den oberen Ebenen des Systems gelagert, sodass die Roboter schnell auf sie zugreifen können, ohne zuvor viele andere Boxen bewegen zu müssen.

Vorbereitung durch Roboter

Wenn also morgens um 6.30 Uhr das Verpacken beginnt, haben die Roboter bereits die Sendungen für den Tag vorbereitet. „Sobald von den Kollegen im Kundenservice in SAP ein Lieferschein erstellt wird, wissen auch die Roboter, dass eine Auslagerung kurz bevor steht“, sagt Binder. „Einer davon bringt die Box mit der Ware in die obere Ebene des Systems. Liegt die Versandanweisung vor, lagert der Roboter die Ware aus, sodass der Packer sie auf den Weg zum Kunden bringen kann.“