Ostwürttemberg / pm Die besten Prüfungsteilnehmer wurden seitens der IHK Ostwürttemberg für ihre herausragenden Prüfungsleistungen in der dualen Berufsausbildung ausgezeichnet.

323 Prüfungsteilnehmer der Industrie- und Handelskammer Ostwürttemberg haben im Jahr 2019 bei den Abschlussprüfungen in der dualen Berufsausbildung herausragende Prüfungsleistungen erzielt. Jetzt wurden ihnen im Congress Centrum Stadtgarten in Schwäbisch Gmünd ihre Auszeichnungen überreicht. Die erfolgreichen Absolventen erhielten für ihre hervorragenden Prüfungsleistungen Preise und Belobigungen. An den Winter- und Sommerprüfungen 2019 haben insgesamt 2008 Auszubildende aus 39 kaufmännischen und 63 gewerblich-technischen Berufen teilgenommen. „Wir zeichnen jedes Jahr rund 20 Prozent aller Prüfungsteilnehmer für ihre hervorragenden Leistungen aus – jeder fünfte Auszubildende schließt seine Berufsausbildung also mit einem Preis oder einer Belobigung ab", brachte es IHK-Hauptgeschäftsführerin Michaela Eberle auf den Punkt und freute sich über dieses tolle Ergebnis. Sie gratulierte den Absolventen, insbesondere den vier Landesbesten in ihren jeweiligen Berufen: Tina Egetenmeier von der Carl Zeiss AG, Sarah Janzen von der Siebdruck Esslinger GmbH, Julian Reile von der Krieger Modellbau GmbH und Christian Beck von der Schwenk Beton Heidenheim GmbH & Co. KG.

Spitzenleistungen erzielt

„Dass die Jugendlichen diese Spitzenleistungen erreicht haben, ist zum einen das Verdienst der hervorragenden Ausbildungsunternehmen in der Region, aber auch der sehr guten Arbeit der beruflichen Schulen", so Michaela Eberle. Sie bedankte sich deshalb bei allen Beteiligten und ehrenamtlich Engagierten für deren Einsatz bei der dualen Berufsausbildung und insbesondere im Prüfungswesen. Denn diese hohe Zahl an Prüfungen könne nur gemeistert werden, weil rund 1700 Fachkräfte aus Unternehmen und Berufsschulen sich jährlich ehrenamtlich in annähernd 470 Prüfungsausschüssen engagieren und die Prüfungen abnehmen. Für diesen wertvollen Einsatz dankte Michaela Eberle besonders allen Mitgliedern der Prüfungsausschüsse, denn diese ehrenamtliche Tätigkeit ermögliche, die duale Ausbildung auf diesem hohem Qualitätsniveau zu halten.

Durchsetzungsvermögen nötig

IHK-Präsident Markus Maier gratulierte in seiner Ansprache den Berufsabsolventen zu ihren Spitzenleistungen. Gründlich, mit Ausdauer und Durchsetzungsvermögen hätten die jungen Fachkräfte in den letzten zwei bis dreieinhalb Jahren an ihrem Beruf gearbeitet. Und genau dies würde ihnen auch im weiteren Berufsleben abverlangt. Denn die Themen in der Arbeitswelt sind schnelllebig, Entwicklungssprünge und die damit verbundenen fachlichen Anforderungen werden immer größer, so Maier. „Sie haben schlicht und ergreifend den sicheren Start in ein erfolgreiches Arbeitsleben hingelegt“, attestierte IHK-Präsident Maier den zu Ehrenden. Immer wieder hoch gelobt sei die duale Berufsausbildung und gleichermaßen geschätzt insbesondere auch im Ausland, und dennoch hätte sie es nicht leicht, betonte der IHK-Präsident in seiner Ansprache im voll besetzten Congress Centrum Stadtgarten in Schwäbisch Gmünd. Dass es heute in Deutschland ca. 1,2 Millionen Schüler weniger gibt als noch vor zehn Jahren, sei ein Grund dafür, ein weiterer liege natürlich ebenso auf der Hand, denn der Trend zu höheren Schulabschlüssen und zum Studium sei unverkennbar. Ganz klar sei, dass Wirtschaft und Gesellschaft sowohl gut akademisch als auch gut beruflich ausgebildete junge Frauen und Männer benötigen. Doch sehr viele Studierende würden sich auf diesem Weg und in einem Meer von Studiengängen zunehmend verirren. Jeder Dritte breche ab. „Unsere Azubi-Projekte und unser Ausbildungsmarketing werden deshalb auch in Zukunft nicht weniger werden und wir werden als IHK Ostwürttemberg die Ausbildungsberatung für gewerbliche und kaufmännische Berufe auch weiter intensivieren, um unser Möglichstes zur Berufsorientierung an den Schulen und bei den jungen Menschen beizutragen", so Maier. Weiter begrüßte er im Namen der IHK-Organisation deshalb auch die Novellierung des Berufsbildungsgesetzes, das die Bundesregierung vorletzte Woche überarbeitet und beschlossen hat. Darin ist für Azubis neben einem Mindestlohn die Einführung transparenter Fortbildungsstufen für die höherqualifizierende Berufsbildung enthalten. Bezeichnungen „Geprüfter Berufsspezialist", „Bachelor Professional" oder „Master Professional" sollen künftig die Gleichwertigkeit von beruflicher und akademischer Bildung verdeutlichen.

Hoher Stellenwert

Im Anschluss gratulierte Landrat Klaus Pavel den Absolventen mit den hervorragenden Leistungen und hob den hohen Stellenwert der dualen Berufsausbildung hervor. Die Unternehmen in der Region brauchten einen erfolgreichen Nachwuchs und er appellierte an die Absolventen, ihr erlerntes Wissen in der Region einzubringen. Auch Dr. Joachim Bläse, Erster Bürgermeister der Stadt Schwäbisch Gmünd, schloss sich den Glückwünschen an. Den frisch gebackenen Berufsstartern stehen nun alle Türen offen. Mit diesen Ergebnissen hätten die jungen Fachkräfte hervorragende Perspektiven für eine berufliche Karriere.

Otto-Rieger-Preis verliehen

Bereits im zweiten Jahr wurde der attraktiv dotierte Otto-Rieger-Preis durch die Otto-Rieger-Stiftung vergeben. Die Auszeichnung ging an den besten Auszubildenden in Ostwürttemberg, Jan Bihlmaier, der eine Ausbildung zum Mechatroniker bei der Carl Zeiss AG absolvierte. Dr. Jörg S. Rieger, Geschäftsführer der RUD Ketten Rieger & Dietz GmbH u. Co. KG und Vizepräsident der IHK Ostwürttemberg, gratulierte Jan Bihlmaier und würdigte seine hervorragende Leistung. In seiner Laudatio hob Rieger die Motivation des Otto-Rieger-Preises hervor. Im Mittelpunkt der Stiftung stehe die nachhaltige, zeitgerechte und zukunftsgerichtete Förderung des jugendlichen Nachwuchses. Mit dem Otto-Rieger-Preis wolle das Familienunternehmen die Nachwuchsförderung als Unternehmensziel verwirklichen. Für junge Talente solle der Geldpreis ein Leistungsansporn sein.

Die IHK verleiht bei der Bestenehrung Preise und Belobigungen.