Ulm / pm Bei der Vollversammlung der Handwerkskammer Ulm wurde es begrüßt, dass Bewegung in die Politik kommt.

Die Politik bewegt sich und gleicht finanzielle Förderungen für die berufliche Ausbildung an. In seiner 180. Vollversammlung hat das Parlament des regionalen Handwerks innerhalb der Handwerkskammer Ulm die aktuellen, politischen Vorstöße hin zu mehr Gleichwertigkeit begrüßt. Gleichzeitig haben die Handwerksvertreter betont, wie wichtig ihnen eine Meisterprämie nach erfolgreich bestandener Meisterprüfung in Baden-Württemberg ist. Zusammen mit der Reform des Meister-BAföG im Bund wäre das ein großer Schritt zum Abbau der staatlichen Diskriminierung der beruflichen Bildung. „Wenn ein junger Mensch sich engagiert, viel Zeit und Geld in die Hand nimmt, um sich weiterzubilden, muss das auch anerkannt werden. Es passt nicht, wenn er teilweise doppelt so viel für den Nahverkehr bezahlen muss, wie ein Student an der Uni - nur weil er in eine andere Bildungseinrichtung fahren möchte“, sagt der Präsident der Handwerkskammer Ulm, Joachim Krimmer. Die Unterschiede in der Preisgestaltung zwischen akademischer und beruflicher Bildung sind vorhanden. So zahlt ein akademischer Student im Verkehrsverbund Bodensee-Oberschwaben 238 Euro im Jahr für sein Nahverkehrsticket, während der Meisterstudent knapp 560 Euro dafür bezahlen muss. Ebenso im Nahverkehrsverbund Donau-Iller. Akademische Studenten fahren für nur knapp 21 Euro im Monat, während der Meisterstudent im günstigsten Fall 49 Euro zu zahlen hat.

Ergänzungen sinnvoll

Die von der Bildungsministerin geplanten Ergänzungen zu den traditionellen Berufsbezeichnungen Meister und Geselle können die Handwerker nachvollziehen. International verständliche Berufsbezeichnungen wie „Bachelor Professional“ (Meister) oder „Master Professional“ (Betriebswirt) sollen ergänzt werden, aber Meister und Geselle nicht verdrängen. „Die Schülerinnen und Schüler sind heute schon früh von akademischen Titeln geprägt und orientieren sich an Begriffen wie Bachelor oder Master. Mit der Einführung dieser internationalen Bezeichnungen können wir zeigen, dass man im Handwerk gleichwertig seine Zukunft finden kann“, so Krimmer. Zukunftsorientiertes Lernen und Weiterbilden ist an den Bildungsakademien der Handwerkskammer Ulm möglich. Nach der Eröffnung der neugebauten Hallen als „Lernende Gebäude“ steht in den kommenden Jahren die Sanierung der bestehenden Hallen in Ulm und Friedrichshafen im Fokus. „Das Handwerk ist gefragt. Die Erwartungen der Kunden, aber auch die der Handwerker selbst an ihre Tätigkeit steigen. Insofern sind Investitionen in unsere Bildungsstätten richtig, wichtig und weiterhin nötig“, stellt Krimmer fest.

Ehrenamt gewürdigt

Knapp 2100 Handwerkerinnen und Handwerker engagieren sich ehrenamtlich bei der Handwerkskammer. Sie arbeiten z.B. in Fachbeiräten für die berufliche Bildung, in den Prüfungsausschüssen für die Gesellen- und Meisterprüfung oder geben als Sachverständige ihre Expertise ab. „Ohne dieses Engagement gäbe es die Selbstverwaltung des Handwerks nicht. Das handwerkliche Ehrenamt spart dem Staat bares Geld – und gibt uns Handwerkern die Möglichkeit mitzugestalten und reinzusprechen“, so Krimmer bei der Verleihung der silbernen und goldenen Ehrennadeln der Handwerkskammer Ulm.

Aus der Region

Aus den Regionen haben folgende Personen eine Auszeichnung erhalten:

Alb-Donau-Kreis: Peter Prinzing, Ernst Rapp, Karl Diez

Landkreis Ravensburg: Joachim Krimmer, Wilfried Pfeffer, Otto Birk

Bodenseekreis: Christof Binzler, Jörg Waldvogel, August Eberl

Landkreis Heidenheim: Thomas Rüdiger, Stephan Haas

Landkreis Biberach: Oliver Ditz, Marianne Steeb

Stadtkreis Ulm: Christian Streidt.