Ulm / pm Die Handwerkskammer Ulm hat ihr neues Parlament gewählt. Die Wahlperiode für die Mitglieder der Vollversammlung der Ulmer Kammer geht bis 2014. Joachim Krimmer bleibt Präsident.

Das regionale Handwerk hat seine neuen Vollversammlungsmitglieder für die Wahlperiode 2019 bis 2024 gewählt. Die 39 ordentlichen Mitglieder haben sich in der Sitzung zur Vertretung des Handwerks der Landkreise Biberach, Bodensee, Ostalb, Ravensburg, Heidenheim, Stadt Ulm und Alb-Donau konstituiert. Präsident Joachim Krimmer wurde für eine neue Amtsperiode wiedergewählt. Außerdem wurde Krimmer vom Präsidenten des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Hans Peter Wollseifer, mit dem Handwerkszeichen in Gold ausgezeichnet. Wollseifer hob in seiner Laudatio Krimmers Engagement für die Duale Bildung hervor. „Die gegenseitige Anerkennung der Abschlüsse in der beruflichen oder akademischen Welt liegt Ihnen am Herzen. Ein wichtiger Schritt war dabei, dass Meister und Bachelor nun auf einer Qualifikationsstufe stehen, gleichwertig sind. Mit mehr Durchlässigkeit zwischen den Bildungswegen erreichen wir, dass eine handwerkliche Ausbildung jungen Menschen dann wirklich alle Karrieremöglichkeiten eröffnet. Dafür gehen Sie in Ulm auch innovative Wege und setzen damit Impulse.“

Positive Bilanz

Joachim Krimmer hatte im Rahmen der Sitzung eine positive Bilanz seiner bisherigen Amtszeit gezogen: „Gemeinsam haben wir in den vergangenen Jahren viel entschieden und bewegt. Wir haben neue Orte an der Bildungsakademie Ulm für zukunftsorientierte und praxisnahe Ausbildung errichtet. Das ist wichtig. Denn im Gebiet der Handwerkskammer Ulm steigen die Ausbildungszahlen seit sechs Jahren in Folge an. Seit 2015 gibt es das Zentrum für Betriebsnachfolge (ZEN), das zwischen potenziellen Betriebsübernehmern und -übergebern vermittelt. Denn in den kommenden fünf Jahren stehen im Kammergebiet altersbedingt 2 700 Betriebe zur Übergabe. Im ZEN handeln wir nach der Losung, keinen Betrieb verloren geben.“

Für die nächsten fünf Jahre freut sich Krimmer, diese begonnenen Themen zu vertiefen und in Zusammenarbeit mit der Politik auszubauen. Insbesondere liege ihm dabei eine Meisterprämie am Herzen: „Wir müssen die strukturierte Benachteiligung der handwerklichen Bildung abbauen.“ Die Fördermittel des Landes aus der „Zukunftsinitiative Handwerk 2025“ für eine Personalberaterstelle seien gut investiert. Auch die Personalberatung hilft Handwerksbetrieben dabei, Mitarbeiter zu finden und im Betrieb zu binden. So sind sie als Arbeitgeber weiter attraktiv – auch für junge Menschen in der Ausbildung. Auf diese Weise bleiben Handwerksbetriebe in den Regionen erhalten. Dr. Tobias Mehlich, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Ulm: „Wir wollen und müssen unseren Betrieben beim größten ihrer Probleme helfen und es ganz bewusst lösen: freie Stellen besetzen und so den Fachkräftebedarf konkret im Betrieb verhindern.“

Als neue Vizepräsidentin der Arbeitgeberseite folgt Katja Maier, Zimmerermeisterin aus Westhausen-Lippach, auf Thomas Rüdiger, Inhaber des gleichnamigen Autohauses in Heidenheim. Maier beschäftigt in ihrem Betrieb gegenwärtig fünf Mitarbeiter. Wilfried Pfeffer, Schreiner in der Schreinerei Karl Hertkorn in Ravensburg, wurde als Arbeitnehmer-Vizepräsident im Amt bestätigt und vertritt in der Kammer die Interessen der mehr als 120 000 Beschäftigten. pm

30 Prozent weibliche Mitglieder

Die insgesamt 117 Mitglieder sind zu zwei Dritteln Arbeitgeber und zu einem Drittel Arbeitnehmer. Knapp 30 Prozent der neuen Vollversammlungsmitglieder sind weiblich, das Durchschnittsalter beträgt 52 Jahre und die Altersspanne liegt zwischen 27 und 73 Jahren. pm