Giengen / Thomas Grüninger Im vergangenen Jahr wurde der Umsatz nochmals um eine Million auf 27,2 Millionen Euro gesteigert. 2019 lag allerdings im ersten Halbjahr unter dem Planansatz.

Von einer durchweg positiven Entwicklung der Verkaufszahlen im Geschäftsjahr 2018 sprach Vorstand Karl-Ulrich Hömann am Dienstagnachmittag bei der Hauptversammlung der Vereinigten Filzfabriken AG im Werk in Gerschweiler. Konnte schon 2017 von einem Umsatzplus und vollen Auftragsbüchern berichtet werden, so setzte sich dieser Trend nun weiter fort. Die Umsatzerlöse erhöhten sich gegenüber 2017 von 26,2 auf 27,2 Millionen Euro.

Mehr als die Hälfte im Inland

Sie seien zu 46 Prozent im Bereich Wollfilze und zu 54 Prozent im Bereich Nadelfilze erwirtschaftet worden, hieß es. Mehr als die Hälfte der Umsätze (insgesamt 56 Prozent) betrafen dem Bericht zufolge das Inlandsgeschäft, 39 Prozent das europäische und 5 Prozent das außereuropäische Ausland.

Dabei habe der Auftragseingang 2018 mit 27,8 Millionen Euro knapp unter Vorjahr (28,2) gelegen. Der Auftragsbestand erhöhte sich zum Jahresende auf 6,6 Millionen (Vorjahr 5,9). Wesentliche Ursache hierfür sei die weiter steigende Nachfrage nach Wollfilzprodukten.

Im Blick auf das aktuelle Geschäftsjahr teilte Hömann mit, dass der Umsatzverlauf 2019 im ersten Halbjahr unter dem Budgetansatz und dem Vorjahresniveau liege. Dies begründe sich im Wesentlichen durch kurzfristig reduzierte Abrufe eines Großkunden sowie witterungsbedingte Verschiebungen im Bereich der grabenlosen Kanalsanierung.

Für das zweite Halbjahr sehe er aber realistische Chancen, die Mindestumsätze zumindest partiell ausgleichen zu können, sagte Hömann. So habe man bereits Maßnahmen zur Ausweitung der Produktionskapazitäten, insbesondere im Bereich Wollfilz, eingeleitet. Daraus resultierend werde mit einem nachhaltig steigenden Umsatzvolumen in diesem Bereich gerechnet. Insofern sei aus heutiger Sicht für die Gesellschaft gegenüber dem Vorjahr insgesamt von einer moderaten Umsatz- beziehungsweise Gesamtleistungssteigerung sowie einer deutlichen Verbesserung der positiven Ertragslage auszugehen.

Mitarbeiterzahl angestiegen

Positiv gestaltete sich 2018 auch die Mitarbeiterentwicklung. Am 31. Dezember des vergangenen Jahres waren 185 Personen (inklusive 13 Auszubildende) bei der „Filze“ beschäftigt – eine Steigerung von 22 Mitarbeitern gegenüber dem Vorjahr. Im Jahresdurchschnitt 2018 lag die Zahl der Beschäftigten bei 172 (Vorjahr 161).

Die Rekrutierung und Ausbildung eigener Fach- und Führungskräfte stelle unverändert eine wichtige Basis für die Zukunftssicherung und den künftigen Erfolg des Unternehmens dar, wurde betont. Die weiteren Zukunftsaussichten sieht der Vorstand positiv. „Erfreulicherweise sind wir in einem wachsenden Wettbewerb tätig“, sagte Hömann abschließend.

Auch aus Sicht des Aufsichtsrates gab es keinerlei Beanstandungen. In nicht einmal einer halben Stunde waren die Formalien der 135. Hauptversammlung abgewickelt.

Die Geschichte der Filzherstellung begann 1858

Als Vorgänger der Vereinigten Filzfabriken AG (VFG) gilt die Württembergische Wollfilzmanufaktur, die vom damals 20-jährigen Hans Haehnle 1858 gegründet worden war. Die Umwandlung in eine Aktiengesellschaft vollzog sich 1881.

Seit 1968 besitzt die Filzfabrik Fulda beziehungsweise die Wirth Fulda GmbH die Aktienmehrheit. Zu den Kunden der Vereinigten Filzfabriken AG zählen Firmen der Elektrogeräte-, Automobil-, Maschinenbau-, Stahl- und Aluminiumindustrie.

Die Produkte finden auch bei Klavierbauern, Designern und Raumausstattern Absatz. Zudem bietet die VFG spezielle Lösungen zur grabenlosen Sanierung von Kanälen an. tog