Die weltweit erste Minus-CO2-Fabrik CO2-Fabrik für Biokohlenstoffe mit integrierter Wasserstoffproduktion wird für das Giengener Unternehmen Carbonauten mit ihrem Geschäftsführer Torsten Becker nach vier Jahren Vorbereitung Realität. Das Unternehmen befasst sich mit erneuerbaren Energien, Ziel ist die weltweite Produktion von Biokohlenstoffen.

Erste Einheiten geliefert

Zwei Schwertransporter lieferten vor wenigen Tagen die Einheiten mit Brennern und Wärmetauschern für die ersten beiden Karbonisierungsmodule in die 3100 Quadratmeter großen Halle des ehemaligen Stahlwerks Finow in Eberswalde. Zeitnah folgen Öfen, Retorten und Stromerzeugung. Ein drittes Modul des weiterentwickelten, direkt beheizten Batch-Retorten-Verfahrens komplettiert 2022 die Anlage. Zudem ist ein indirekt beheiztes Modul geplant, um kostengünstig andere Inputstoffe zu verarbeiten.

Biomasse aus dem Sägewerk

Die dann jährlich erforderlichen gut 20.000 Tonnen Biomassereste stammen aus einem nahegelegenen Sägewerk und regionalen Quellen. Damit liegt die Produktionskapazität bei mindestens 6000 Tonnen Biokohlenstoffen. Die dabei entstehenden 30 GWh thermische grundlastfähige Erneuerbare Energie kann für die Produktion von mindestens 108 Tonnen grünem Wasserstoff genutzt werden – was nach Einschätzung des Unternehmens weltweit einzigartig ist. Von der Abwärme profitieren auch eigene Hydro-, Aeround Aquaponiken und Gewächshäuser sowie benachbarte Firmen.

Tausende Tonnen jährlich

Die Biokohlenstoffe sind die Grundlage für carbonauten NET Materials (Negative Emission Technology) und werden nachfrageorientiert veredelt zu landwirtschaftlichen Produkten, Granulaten für die Kunststoffindustrie aus eigenen Extrudern und sonstigen Anwendungen im Bereich von 20.000 bis 30.000 Tonnen jährlich. Diese industrielle Produktion ermöglicht eine Besonderheit des carbonauten Systems: große Mengen, hohe Qualitäten und insbesondere niedrige Preise durch die maximale Kaskadennutzung und Wertschöpfung von biogenen Reststoffen. Das reduziert wirtschaftliche Hürden beim Ersatz erdölbasierter Materialien und Produkte, erzeugt eine breite Akzeptanz und hohe Nachfrage.

Und weiter geht’s

Noch 2021, so das Unternehmen, werden weitere Standorte national und international in Angriff genommen.

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Heidenheim