Heidenheim / pm Voith unterzeichnet „Memorandum of Understanding“ zum Aufbau eines Trainingszentrums in Angola. Die Vertragsunterzeichnung erfolgte im Beisein von Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Voith hat im Rahmen einer Delegationsreise der deutschen Bundeskanzlerin am 7. Februar im angolanischen Luanda ein Memorandum of Understanding für den Aufbau eines Trainingszentrums im Land unterschrieben. Das Memorandum of Understanding unterzeichneten João Baptista Borges, angolanischer Minister für Energie und Wasser, und Dr. Toralf Haag, Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung von Voith, im Beisein von Kanzlerin Angela Merkel. Die Delegationsreise der deutschen Bundeskanzlerin zu politischen Gesprächen nach Südafrika und Angola wurde von einer Wirtschaftsdelegation begleitet.

Lokales Know-how aufbauen

Voith Hydro ist seit den 1930er-Jahren in Afrika präsent. Das langjährige Engagement als Ausrüster in der Wasserkraft setzte Voith Hydro auf dem afrikanischen Kontinent seither kontinuierlich fort, nicht zuletzt mit der erfolgreichen Umsetzung der beiden Wasserkraftprojekte Cambambe I im Jahr 2012 und Cambambe II im Jahr 2017. Im Rahmen des Ausbaus des lokalen Engagements beabsichtigt das Unternehmen die Errichtung eines Trainingszentrums zur Aus- und Weiterbildung im Bereich der erneuerbaren Energie Wasserkraft. Unterstützung erhält das Unternehmen dabei vom Ministerium für Energie und Wasser der Republik Angola (MINEA). Mit der Gründung der Voith Akademie und mit dem damit verbundenen Aufbau eines Trainingszentrums sollen in Angola Fachkräfte in technischen und kaufmännischen Berufen im Bereich Wasserkraft aus- und weitergebildet werden.

Entsprechend dem langjährig erfolgreichen dualen Voith-Ausbildungskonzept ist die Errichtung eines Trainingszentrums für die theoretische Ausbildung geplant. Für den praktischen Ausbildungsteil sieht Voith den Bau eines Kleinwasserkraftwerkes in der Region Cuemba mit den Auszubildenden vor. Gemeinsam mit MINEA wird Voith 2020 einen geeigneten Standort dafür bestimmen. Die angedachten Gesamtinvestitionen belaufen sich auf mehrere Millionen Euro.

Großes Wasserkraftpotenzial

Afrika verfügt über ein enormes technisch nutzbares Wasserkraftpotenzial: Schätzungen belaufen sich auf über 470 Gigawatt (GW) für den gesamten Kontinent. Die heute in Afrika installierte Leistung beläuft sich hingegen auf nur rund 36 GW. Damit weist der Kontinent den weltweit höchsten prozentualen Anteil an bisher unerschlossenem Wasserkraftpotenzial auf. Deshalb forcieren viele Staaten den Bau neuer Anlagen zur Erzeugung regenerativer Energie aus Wasser. In abgeschiedenen Regionen stehen Kleinwasserkraftwerke im Fokus, dank deren Hilfe ein schneller Aufbau zuverlässiger dezentraler Stromnetze möglich ist. Das erklärte Ziel der angolanischen Staatsregierung ist eine Steigerung der Stromerzeugungskapazität in den kommenden Jahren von derzeit 5700 Megawatt (MW) auf rund 9000 MW. Darüber hinaus sollen zu erwartende Energieüberschüsse den Nachbarländern offeriert und somit die volkswirtschaftliche Entwicklung Angolas vorangetrieben werden.

Bis heute erreicht die vorhandene Stromversorgung nur etwa 40 Prozent der Bevölkerung. Das bedeutet, dass mehr als 15 Millionen Menschen ohne Elektrizität leben müssen. Dabei verfügt Afrika über enormes, bisher nicht ausgeschöpftes Wasserkraftpotenzial. Es soll nun genutzt werden, um die regionale Stromversorgung nachhaltig und effizient auszubauen.

Voith Hydro Ausrüster für Wasserkraft

Der Konzernbereich Voith Hydro ist Teil der Voith Group und ein Komplettanbieter sowie Partner für die Ausrüstung von Wasserkraftwerken. Voith entwickelt langfristige Lösungen und Dienstleistungen für große und kleine Wasserkraftwerke auf der ganzen Welt. Das Produkt- und Serviceportfolio umfasst den gesamten Lebenszyklus und alle wesentlichen Komponenten für Groß- und Kleinwasserkraftwerke, von Generatoren, Turbinen, Pumpen und Automatisierungssystemen bis hin zu Ersatzteilen, Wartungs- und Schulungsservices sowie digitalen Lösungen für die intelligente Wasserkraft.