Die Noerpel-Gruppe hat am Standort Heidenheim ein neues Projekt umgesetzt: Der Logistikdienstleister organisiert die gesamte B2C-Versandlogistik für die Homecare-Sparte von Hartmann Deutschland. B2C steht für „Business to Consumer“, also eine Zustellung an Privatkunden. Für die automatische Bestellabwicklung von bis zu 12.000 Sendungen pro Tag installierte Noerpel eine 2000 Quadratmeter große Kommissionieranlage.

Sämtliche Medizin- und Pflegeprodukte aus dem Homecare-Bereich von Hartmann sind jetzt bei Noerpel in Heidenheim verfügbar – Desinfektionsmittel genauso wie Inkontinenzprodukte. Privatkunden können die Ware online bestellen, Hartmann übermittelt die Aufträge mehrmals täglich an das Noerpel-Lager in Heidenheim.

Mit dem Projekt setzen beide Unternehmen ihre langjährige Zusammenarbeit fort. „Wir sind schon lange für die Hartmann-Gruppe im Bereich Transport und Logistik im Einsatz“, sagt Frank Rudat, Vertriebsleiter Logistik bei der Noerpel-Gruppe und leitendes Mitglied des Projektteams. „Und wir freuen uns sehr, dass wir mit diesem neuen, wirklich spannenden Projekt unsere Kooperation ausbauen und gleichzeitig unsere B2C-Kompetenz massiv erweitern konnten.“

Intensive Vorbereitung

Mit Planung und Konzeption ging es bei Noerpel Ende 2020 los – bereits im Sommer 2021 liefen die ersten Bestellaufträge von Hartmann vom Band. Inzwischen läuft die gesamte Anlage im Vollbetrieb. „Das Projekt hatte einen sehr ehrgeizigen Zeitplan. Neben der aufwendigen Installation der riesigen Anlage verlangte auch das große Bestellvolumen eine intensive Vorbereitung der einzelnen Prozessschritte.“

Die einzelnen Bestellungen arbeitet Noerpel über eine automatisierte Kommissionieranlage ab, die der Logistikdienstleister in enger Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Heber Fördertechnik im Heidenheimer Terminal installierte. Herzstück der 2000 Quadratmeter großen Anlage ist eine rund 100 Meter lange Förderanlage mit zehn digitalen Kommissionierbahnhöfen mit Pick-by-Light-Anzeigen. Angeschlossen sind 14 Packplätze für Standard- und Sonderpakete sowie eine Altkartonpresse.

Pro Stunde können bis zu 1000 Kartons aufgefaltet und über das Förderband in die Anlage eingebracht werden. Bis zu 12.000 Aufträge kann Noerpel täglich in zwei Schichten für Hartmann kommissionieren und verschicken. „Nur mit einer leistungsstarken IT-Anbindung lassen sich die einzelnen Prozesse steuern“, erklärt Arnold Ottenbreit, Geschäftsführer IT der Noerpel-Gruppe. „Wir haben unter anderem ein übergeordnetes Materialfluss-System implementiert und die Schnittstellen für die Online-Versandaufträge konzipiert.“

Über die IT-Schnittstellen erreichen die Versandaufträge von Hartmann das Lager in Heidenheim. Das Noerpel-Team macht die Bestellungen versandfertig. Über KEP-Dienstleister erfolgt die Zustellung der B2C-Sendungen bei den Empfängern in Deutschland.

Bestellungen von Großabnehmern – Pflegeeinrichtungen, Kliniken oder Apotheken – gehen als Stückguttransport unter anderem vom Logistikzentrum in Herbrechtingen in die Verteilung. Das Noerpel-Team übernimmt dabei im Auftrag der IDS Logistik GmbH die Transportabwicklung für West- und Süddeutschland: Mit rund 20 Direkt- und fünf Sammelzügen ist Noerpel täglich vor Ort und holt die auf Paletten verpackten Großbestellungen ab.

„Gemeinsam mit dem Team von Hartmann haben wir in relativ kurzer Zeit eine komplette B2C-Lösung an unserem Standort in Heidenheim konzipiert und zusätzlich mit IDS den Stückguttransport für Großabnehmer innerhalb Deutschlands organisiert“, sagt Stefan Noerpel-Schneider, geschäftsführender Gesellschafter der Noerpel-Gruppe. „Das war eine echte Mammut-Aufgabe.“

Über die Noerpel-Gruppe


Die im Jahr 1881 gegründete Noerpel-Gruppe ist heute einer der führenden Logistikdienstleister in Süddeutschland. Mit 18 Standorten in Deutschland und der Schweiz, davon allein elf in Baden-Württemberg und Bayern, gilt das Familienunternehmen aus Ulm als eines der am stärksten wachsenden Unternehmen der Branche. Die Noerpel-Gruppe verknüpft die Leistungsbereiche Transport und Logistik mit umfangreichen Co-Packing-Services und einer eigenen Personal-dienstleistung. Im Geschäftsjahr 2021 erwirtschaftete die Noerpel-Gruppe einen Umsatz von rund 550 Millionen Euro.