Heidenheim / Thomas Zeller Das Kreditinstitut hat seine Geschäftszahlen für 2018 vorgelegt. Trotz eines gesunkenen Gewinns zeigte sich der Vorstand zufrieden mit der Entwicklung.

Zumindest zum Teil kann die Kreissparkasse Heidenheim für das Geschäftsjahr 2018 Rekordzahlen vorlegen. Die Bilanzsumme stieg zum ersten Mal auf 2,1 Milliarden Euro. Das bedeutet ein Plus von 8,5 Prozent zum Vorjahr. Diese an sich positive Entwicklung hat aber auch Schattenseiten. „Denn eigentlich wollten wir diese Zahl stabiler halten“, sagt Dieter Steck, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse (KSK) Heidenheim.

Die Bilanzsumme setzt sich aus verschiedenen Elementen zusammen. So ließen die Kunden im vergangenen Jahr deutlich mehr Geld auf ihren Sparkassenkonten liegen. „Das zeigt, dass die Kreisparkasse als sicherer Anlagehort gefragt ist“, so Steck. Der Nachteil an dieser Entwicklung ist jedoch, dass das Kreditinstitut einen Teil dieses Geldes bei der Bundesbank hinterlegt und darauf Negativzinsen zahlen muss. Da die Sparkasse diese Kosten nicht komplett an die Privatkunden weitergibt, belastet das Wachstum in diesem Bereich teilweise das Ergebnis des Unternehmens.

Rundum zufrieden ist die KSK dagegen mit ihrem Kundenkreditgeschäft. Es wuchs um 6,5 Prozent auf rund 1,29 Milliarden Euro. Im stark umkämpften Markt für Unternehmensfinanzierungen habe das Institut zulegen können. „Die Firmen in der Region haben 2018 massiv investiert und dieser Trend ist auch in den ersten Monaten dieses Jahres ungebrochen“, sagt Steck.

Immobiliengeschäft wächst

Positiv habe sich auch die Nachfrage nach privaten Immobilienfinanzierungen entwickelt. Parallel dazu ist der Umsatz der Immobilienmakler der Kreissparkasse um 20 Prozent auf 18 Millionen Euro angestiegen. Dieser Effekt sei überwiegend dem Umstand geschuldet, dass mehr Objekte verkauft wurden und die Preise für Immobilien deutlich gestiegen seien, erklärt der KSK-Vorstandsvorsitzende. Durch die Einführung des Baukindergeldes erwartet das Kreditinstitut eine Fortsetzung dieser Entwicklung auch in diesem Jahr.

Da klassische Sparanlagen nur noch wenig Rendite abwerfen, investieren immer mehr Sparkassenkunden in Wertpapiere. Insgesamt wurden bei dem Institut im vergangenen Jahr Aktien und Fonds im Wert von 133 Millionen Euro gekauft. „Langfristig orientierten Anlegern bieten sich hier im Augenblick einfach höhere Rendite-Chancen“, sagt Thomas Schöpplein, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse.

Nach wie vor gebe es bei der Kundschaft des Unternehmens ein großes Interesse an einer Beratung. „Ich kann Aussagen zum Tod der Bankfilialen deshalb überhaupt nicht nachvollziehen“, sagt Steck. Es gibt zurzeit 23 Sparkassenniederlassungen, in jeder rechtlich selbstständigen Gemeinde des Kreises mindestens eine. „Das wird sich 2019 und vermutlich auch 2020 nicht ändern.“

Etwas gesunken sind in diesem Jahr die Spenden an Vereine und gemeinnützige Organisationen im Landkreis. Sie lagen bei 500 000 Euro. Das Stiftungsvolumen der Sparkassen-Bürger-Stiftung wurde 2018 auf rund 1,48 Millionen Euro erhöht.

Digitale Angebote

Die Nutzerzahl der mobilen Banking-App „Sparkasse“ hat im vergangenen Jahr um 30 Prozent zugelegt. Mittlerweile nutzen etwa 13 000 Kunden der Kreissparkasse das Angebot. Neu ist hier unter anderem die Möglichkeit zum Multibanking. Kunden können in der App nicht nur Sparkassen-Konten verwalten, sondern auch die anderer Finanzinstitute.

Seit diesem Jahr bietet das Kreditinstitut einen elektronischen Safe an. Hier können wichtige Dokumente wie Ausweise, Zeugnisse, Verträge oder Versicherungspolicen hinterlegt werden und sind dann jederzeit weltweit digital abrufbar. tz