Herbrechtingen / pm Der österreichische Sensorhersteller AMS hat einen Vorschlag für ein Übernahmeangebot des Konzerns gemacht. Wie geht es mit den 860 Mitarbeitern im Herbrechtinger Werk weiter?

Der Kampf um den angeschlagenen Beleuchtungshersteller Osram, zu dem auch das Herbrechtinger Werk mit 860 Mitarbeitern zählt, ist neu entfacht. Wie aus einer Pressmitteilung des Konzerns hervorgeht, hat der österreichische Sensorhersteller AMS einen Vorschlag für ein Übernahmeangebot gemacht. Die Firma bietet an, 38,50 Euro je Aktie zu zahlen, also rund 4,2 Milliarden Euro.

Bereits Mitte Juli hatten die Steirer mit einer angedeuteten Offerte versucht, den Übernahmeprozess zu stören. Diese lag ebenfalls bei 38,50 Euro, doch das Angebot wurde schnell wieder zurückgezogen und galt mit Blick auf die Finanzierung als wenig glaubwürdig.

Mit dem nun bestehenden Angebot würde AMS die vorliegende, mit dem Osram-Vorstand abgestimmte Offerte der Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle um 10 Prozent überbieten. Deren Angebot von 35 Euro je Aktie wurde am Freitag ohnehin abgelehnt.

Zur Finanzierung gab AMS in einer Mitteilung bekannt, dass eine Brückenfinanzierung in Höhe von 4,3 Milliarden Euro durch die Investmentbanken HSBC und UBS zugesagt sei. Diese solle dann zum Teil durch eine 1,5 Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung abgelöst werden, hieß es. AMS erwartet, die Transaktion im ersten Halbjahr kommenden Jahres abzuschließen.

Schutzzusagen für die Osram-Mitarbeiter

Nach Osrams vorläufiger Einschätzung erscheint das vorgelegte Finanzierungskonzept tragfähig. Deshalb hat der Konzern nun beschlossen, über den Abschluss einer Zusammenschlussvereinbarung mit AMS zu verhandeln. Neben Angebotspreis und Finanzierungskonzept ist dem Osram-Vorstand ein stabiles Umfeld für die weitere Transformation zu einem halbleiterbasierten Hightech-Photonik-Unternehmen wichtig, heißt es in der Pressemitteilung. Angemessene Schutzzusagen, insbesondere für die Mitarbeiter des Unternehmens, spielen ebenfalls eine große Rolle.

Wie ein Sprecher des Osram-Konzerns verlauten ließ, werde im Laufe der Woche weiter über die Rahmenbedingungen verhandelt. Er teilte zudem mit, dass AMS nach der Übernahme vorhabe, die Osram-Sparte Digital zu verkaufen. Die Bereiche Halbleiter und Automotive, zu der auch das Herbrechtinger Werk gehört, wolle AMS dagegen behalten. So können die 860 Mitarbeiter in Herbrechtingen wohl weiterhin rund 300 Millionen Autolampen im Bereich Halogen, LED und Laser herstellen.