Die Dachdeckerinnung wie auch Betriebe aus der Region warnen jetzt mit der beginnenden Saison vor fahrenden Dachdeckern. Deren Angebote, vor allem gegenüber betagteren Menschen, seien oft alles andere als seriös.

Ein Betrieb aus Heidenheim, der namentlich ungenannt bleiben möchte, berichtet von einem Kunden aus Steinheim, der Besuch eines fahrenden Dachdeckers erhalten hat. Dieser Handwerker hatte angeblich vom Nachbargebäude aus gesehen, dass ein Dachziegel verschoben sei. Er würde ihm das richten, für 20 Euro. Für diesen Betrag ließ der Steinheimer den Dachdecker auf das Dach. Danach habe ihm dieser berichtet, dass sein Dach kaputt sei und neu gedeckt werden müsse.

Vorsicht walten lassen

Klugerweise sagte der Steinheimer, dass er keine weiteren Dienste von der Firma wolle, die nicht aus dem Raum Heidenheim komme. Er müsse sich das nochmal überlegen.

Er wandte sich für Rat und Hilfe an den Heidenheimer Betrieb. Dort ist man der Meinung, dass in erster Linie Senioren von der Vorgehensweise der „Fahrenden Dachdecker“ geschützt werden müssten, denn es bleibe nicht bei einem Kleinbetrag, sondern es gehe dann schnell um mehrere Tausend Euro.

Der Heidenheimer Fachbetrieb weist daruf hin, dass aufgrund der neuesten Energieverordnungen „Gesetzliche Vorgaben von EnEV / GEG für die Dachdämmung“ eingehalten werden müssen und die Ausführung „alte Ziegel runter – neue Ziegel drauf“, so wie es die fahrenden Dachdecker ausführen, nicht mehr zulässig ist.

Dachdeckerinnung warnt

Eine derartige Warnung kommt auch von der baden-württembergischen Dachdecker-Innung. Unter der Schlagzeile „Riskante Haustürgeschäfte, leere Versprechungen und zweifelhafte Sanierungen“ informieren sie über die Vorgehenswesie der sogenannten „Dach-Haie.“ Oft sind ältere menschen das Ziel.

Die Trickkiste ist demnach groß, von der Auftragsgewinnung per Telefon oder an der haustür, über die Vorspiegelung falscher Tatsachen, mit fragwürdigen Passagen im Kleingedruckten zu Vorschriften der Energieeinsparverordnung. Nicht selten werden Dachreparaturen oder komplette Sanierungen geboten, die mit den Fachregeln des deutschen Dachdeckerhandwerks nicht viel gemeinsam haben und viel zu teuer sind. Den betroffenen Hausbesitzern bleibt meist nur die nochmalige Ausführung der Arbeiten durch einen seriösen Betrieb.