Stuttgart / Jens Schmitz Grün-Schwarz fördert Investitionen in Dorfgasthöfe und Grundversorger mit 15,8 Millionen Euro.

Im Kampf gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Epidemie können 127 Gemeinden in Baden-Württemberg auf beschleunigte Sonderförderung aus dem Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum (ELR) rechnen. Das gab Peter Hauk (CDU), Minister für Ländlichen Raum, am Montag bekannt. Mit insgesamt 15,8 Millionen Euro unterstützt die Regierung 176 Projekte; sie haben ein Investitionsvolumen von 105,4 Millionen Euro.

Hauks Ressort hatte die Sonderlinie Ende Februar bekanntgegeben. Anders als die breit angelegten ELR-Jahresprogramme hat sie einen klaren Fokus auf der Grundversorgung und dort insbesondere auf Gasthöfe. Bis Ende April hatten sich 248 Kommunen beworben, gut die Hälfte davon kommt nun zum Zug.

„Alle qualifizierten Projekte für Dorfgaststätten und Maßnahmen der Grundversorgung wie zum Beispiel Bäcker, Metzger, Dorfläden und Arztpraxen wurden berücksichtigt“, erklärte Hauk in einer Pressemitteilung. „Auch die Maßnahmen, die der Schaffung von Barrierefreiheit in öffentlichen Bereichen dienen, wurden alle berücksichtigt.“

Das Verfahren ist Hauk zufolge eine Premiere. Für die Landesregierung sei klar, dass Unternehmen in der Corona-Pandemie schnelle Hilfe benötigten, sagte der Minister. „Deshalb wird es in diesem Jahr im Entwicklungsprogramm Ländlicher Raum zum ersten Mal eine unterjährige Programmentscheidung geben.“

In der Ausschreibung war von Corona noch keine Rede gewesen. Beschleunigte Modalitäten sollen aber nun dafür sorgen, dass das Geld schnell an die Adressaten gelangt und bald mit der Umsetzung begonnen werden kann.

Vom gesamten Fördervolumen entfallen 6,4 Millionen Euro auf den Bereich Gastronomie (78 Projekte), 3,2 Millionen Euro auf die erweiterte Grundversorgung (31 Projekte) und 4,2 Millionen Euro auf den Abbau von Barrieren im öffentlichen Raum (23 Projekte). Weitere zwei Millionen Euro fließen an 44 strukturell sehr bedeutende Vorhaben.

Das Förderprojekt ist noch nicht abgeschlossen: Für weitere Vorhaben von Unternehmen können noch bis Ende August Aufnahmeanträge gestellt werden. Hauk zufolge wird es monatlich Förderentscheidungen geben. Insgesamt stehen für die Sonderlinie Dorfgastronomie 20 Millionen Euro bereit. Jens Schmitz