Sigmaringen / Alfred Wiedemann Die Richter geben dem Land recht. Die Nachfahren des Luftschiff-Grafen gehen in die nächste Instanz.

Im Rechtsstreit zwischen dem Land und der Stifterfamilie um die Zeppelin-Stiftung hat die 6. Kammer des Verwaltungsgerichts Sigmaringen die Klagen der Zeppelin-Nachfahren abgewiesen. Das schriftlich begründete Urteil wird aber erst in einigen Wochen vorliegen. Ausdrücklich wurde Berufung zugelassen. Damit kann die Klägerseite direkt vor den Verwaltungsgerichtshof ziehen.

„Ich bin sehr zufrieden, dass das Verwaltungsgericht damit die Rechtsauffassung des Regierungspräsidiums bestätigt und die Klagen schon als unzulässig abgewiesen hat“, teilte Regierungspräsident Klaus Tappeser mit. Der Entscheid sei ein Hinweis an die Kläger, ihre Bemühungen um die Wiederherstellung der vor mehr als 70 Jahren aufgehobenen Zeppelin-Stiftung zu überdenken, betonte Tappeser.

„Mit der Entscheidung ist unsere Rechtsauffassung erneut bestätigt worden“, sagte Andreas Brand, der Friedrichshafener Oberbürgermeister. Die Stadt, seit 1947 Träger der Stiftung, ist im Verfahren beigeladen.

Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin und sein Sohn Frederic kündigten Berufung an. Sie klagen, weil das Regierungspräsidium Tübingen ihren Antrag auf Wiederherstellung der alten Stiftung abgelehnt hatte. Die Zulassung der Berufung sehen sie „als Erfolg und ersten Schritt auf dem Weg zu einer erfolgreichen Restitution“. Der Verlauf der Verhandlung am Mittwoch widerlege die von Land und Stadt bemühte These von der „völlig aussichtslosen Klage“. „Ich habe immer gesagt: Wenn ich mit meiner Klage in erster Instanz unterliege, werde ich die nächste Instanz bemühen, und genau das werde ich jetzt auch umsetzen“, sagte Albrecht Graf von Brandenstein-Zeppelin, ein Urenkel des Luftschiffpioniers Ferdinand von Zeppelin.

Der Luftschiff-Graf hatte seine Stiftung 1908 gegründet. Nach dem 2. Weltkrieg ging sie an die Stadt Friedrichshafen, die die Erlöse aus Beteiligungen an Unternehmen wie der ZF AG für gemeinnützige Zwecke verwendet. Die Stifterfamilie sieht dadurch den Stifterwillen verletzt und will, dass die wiederhergestellte Stiftung die Luft- und Raumfahrt fördert. aw