Mannheim / lsw Geplante Anlagen im Kreis Reutlingen sind keine Beeinträchtigung für Schloss Lichtenstein, entscheidet der VGH.

Ein Windpark in der Nähe hat keine negative Auswirkung auf ein Kulturdenkmal. Das hat der Verwaltungsgerichtshof (VGH) Baden-Württemberg entschieden, wie ein Sprecher am Dienstag in Mannheim mitteilte. Der VGH lehnte im Verfahren um geplante Windenergieanlagen bei Schloss Lichtenstein einen Zulassungsantrag des Landratsamts Reutlingen auf Berufung ab.

Der Verwaltungsgerichtshof bestätigte damit ein Urteil des Verwaltungsgerichts Sigmaringen. Es hatte im Jahr 2019 entschieden, dass Denkmalschutz­aspekte der Genehmigung von fünf geplanten Windkraftanlagen nicht entgegenstehen.

Die Klage hat eine lange Vorgeschichte. Das Unternehmen Sowitec plant bereits seit dem Jahr 2012 den Bau eines Windparks auf dem Gemeindegebiet von Sonnenbühl (Kreis Reutlingen). Das Landratsamt sah aber das drei Kilometer entfernte anerkannte Kulturdenkmal Schloss Lichtenstein durch die Windkraftanlagen beeinträchtigt – und lehnte die Genehmigung ab.

An der Entscheidung ent­zündete sich daraufhin viel Kritik. Das ­Regierungspräsidium Tübingen bestätigte aber die Ablehnung. Da­gegen klagte die Firma Sowitec, die selbst ihren Sitz in Sonnenbühl hat – letztlich mit Erfolg. dpa