Ravensburg / lsw Im zweiten Verfahren gegen den Supermarkt-Erpresser vom Bodensee verhängt das Gericht zehn Jahre.

Auch das zweite Verfahren gegen einen Supermarkt-Erpresser vom Bodensee endet mit einer langen Haftstrafe: Das Landgericht Ravensburg hat den 56 Jahre alten Mann zu zehn Jahren und sechs Monaten verurteilt. Das erste Verfahren hatte der Bundesgerichtshof (BGH) aufgehoben.

„Die Tat ist brutal, widerwärtig, perfide und mit extrem hoher Energie ausgeführt worden“, sagte der Vorsitzende Richter Franz Bernhard in seiner Urteilsbegründung. Sie sei getrieben gewesen von Eigensucht, Habgier und Profitsucht des Mannes.

Der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer elf Jahre und acht Monate Haft für den Angeklagten gefordert. Der Verteidiger des 56-Jährigen hatte sich für eine Strafe deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft ausgesprochen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der Angeklagte kann innerhalb einer Woche Revision einlegen.

Der Mann hatte 2017 mehrere Gläser Babynahrung mit einer gefährlichen Dosis Gift in Geschäften in Friedrichshafen platziert und von Handelsunternehmen 11,7 Millionen Euro gefordert. 2018 verurteilte das Landgericht ihn wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit versuchter räuberischer Erpressung mit Todesfolge zu zwölfeinhalb Jahren Haft. Der BGH hob das Urteil 2019 in Teilen jedoch auf, weil der Mann vor dem Gift gewarnt hatte, weshalb keine Tötungsabsicht vorliege. dpa