Passend zu Ostern ist im Karlsruher Zoo ein ganz besonderes Küken aus einem Ei geschlüpft: Ein kleiner Zwergflamingo erkundet dort seit Montag die Welt. Bis der graue flauschige Nachwuchs das flamingotypische rosa Federkleid hat, wird es aber noch eine ganze Weile dauern: Erst mit drei Jahren sei es so weit, erklärte Zoo-Sprecher Timo Deible.
Auf die Nahrung kommt es an
Die ersten Tage bleibe das Jungtier im und rund um das Nest, das wie ein Kegelstumpf aus Erde und Schlamm gebaut sei. «Versorgt wird der Nachwuchs in Arbeitsteilung von Mutter- und Vatertier mit einer Art Kropfmilch, die in der Speiseröhre der Eltern gebildet wird», so Deible. Die Zwergflamingos wachsen recht schnell und könnten nach etwa zehn Wochen selbstständig fressen.
Die Kropfmilch ist ein hoch gewürgter Nahrungsbrei, der auch Carotinoide und Blutzellen enthält und deshalb rot gefärbt ist, wie der Zoo im Internet erklärt. So nehme das Küken nach und nach die Farbstoffe auf, die das Gefieder färben. «Es dauert jedoch mehrere Jahre, bis sie komplett umgefärbt sind.»
Die älteren Tiere ernähren sich demnach von Algen und Kleinkrebsen. Die Vögel würden 80 bis 90 Zentimeter groß und zwei bis vier Kilogramm schwer.
Zuchterfolge in Karlsruhe
In der freien Natur sind Zwergflamingos Deible zufolge an lebensfeindlichen Salz- und Sodaseen zu finden. Die hauptsächlichen Brutgebiete seien in Tansania und Kenia. Kleinere Brutpopulationen gebe es im westlichen und südlichen Afrika. «Die Art gilt infolge der Lebensraumzerstörung in der Natur als potenziell gefährdet», erklärte der Sprecher.
«Sie werden in einigen Zoos gezeigt, ihre Zucht gelingt allerdings nur selten», teilte er mit. So seien im vergangenen Jahr europaweit nur in zwei Zoos Küken geschlüpft. In Karlsruhe gab es in der Vergangenheit regelmäßig Nachwuchs.

