Die Szenen sind auf einer Wärmebildkamera des Sicherheitsdienstes zu erkennen: Ein Mann läuft mitten in der Nacht über das Gelände eines Reiterhofs. Er hat keine Kleidung an, trägt nur Gummistiefel und führt einen längeren Gegenstand mit sich. Dann verschwindet er. Die Polizei sucht ihn Mitte August in Heddesheim (Rhein-Neckar-Kreis) mit einem Hubschrauber – erfolglos. War es der unbekannte Täter, der in der Gegend Pferde schwer verletzt?

Viele Pferdebesitzer in der Rhein-Neckar-Region sind verunsichert. Seit Juni sind sieben Tiere verletzt worden, vier Stuten und drei Fohlen. Oft wurden die Pferde mit einem scharfen Gegenstand an der Schulter, den Beinen, den Genitalien oder in der Nähe davon verletzt. Ein Tier musste eingeschläfert werden.

Die Taten ereigneten sich auf Höfen und Stallanlagen in den Stadtgebieten von Mannheim und Heidelberg und in der Nähe von Neckargemünd.

Dominic Sohl ist Pächter eines betroffenen Hofs. Er vermutet einen Pferdekenner hinter den Taten – bei der Arbeit mit den Tieren könnten dessen „kranke Ideen“ entstanden sein. Sohl will die Pferde schützen und hat mittlerweile in der Nähe Überwachungskameras und spezielle Scheinwerfer installiert.

Auch die Polizei empfiehlt Kameras. Die Beamten rufen Pferdebesitzer zudem zu mehr Kontrollen auf. Zusätzlich könnten Scheinwerfer mit Bewegungsmeldern Fremde abschrecken. Die Ermittlungsgruppe „Koppel“ untersucht die Fälle. Über die oder den Täter ist bislang nicht viel bekannt. Ob es sich um einen Serientäter handelt, sollen acht Beamte herausfinden. Für ein sexuelles Motiv gebe es bisher keine Anzeichen. Die Verletzungen seien zu unterschiedlich.

Neben Prävention will die Tierschutzorganisation Peta mit einer Belohnung von 2000 Euro beim Aufspüren des Täters helfen.  dpa