Rastatt / lsw Die Weströhre soll Ende November zu Ende gebohrt werden. Danach kommt die kaputte Oströhre bei Rastatt dran.

Die weitgehend fertige Weströhre im Rastatter Bahntunnel soll von November an zu Ende gebohrt werden. Anschließend werde die Tunnelbohrmaschine demontiert und abtransportiert, teilte die Deutsche Bahn am Mittwoch mit. Damit werde die Voraussetzung geschaffen, um den Bau der kaputten Oströhre fortzusetzen.

Am 12. August 2017 war es bei der Unterquerung der Rheintalbahn zu einer Havarie im Tunnel gekommen. Die darüberliegenden Gleise sackten ab, der Verkehr stand sieben Wochen lang still. Um den Schaden zu begrenzen, pumpten Arbeiter Beton auf 160 Metern Länge in die Röhre, in der noch die Tunnelbohrmaschine steckte.

Die Oströhre soll in einer offenen Baugrube fertiggebaut werden. Dazu muss der Klotz aus Beton und Stahl mit schwerem Gerät herausgebrochen werden. Der dafür nötige Planänderungsbeschluss wird für Ende des Jahres erwartet. Die Rheintalbahn soll während der Arbeiten in der offenen Baugrube auf rund 700 Metern Länge auf die dann fertiggestellte Weströhre geleitet werden.

Die Rheintalbahn ist eine der wichtigsten Nord-Süd-Achsen im europäischen Eisenbahnnetz. Der Tunnel ist Teil des Aus- und Neubauprojekts der Rheintalbahn, die auch die deutsche Zulaufstrecke zum Gotthard-Basistunnel in der Schweiz ist. Damit soll die Bahnverbindung zwischen Nordsee- und Mittelmeerhäfen deutlich schneller und leistungsfähiger werden. dpa