Stuttgart / David Nau Neuer Tunnel könnte frühestens 2030 fertig sein, Kretschmann drängt zur Eile.

Nach Berichten über Überlegungen des Bundes, die Gäubahn durch einen neuen Tunnel zum Stuttgarter Flughafen zu führen, befürchten Fahrgastvertreter und die Gemeinden entlang der Gäubahn eine jahrelange Unterbrechung der Strecke und Fahrzeitverlängerungen.

Die Strecke der Gäubahn, die aktuell über die sogenannte Panoramabahn-Strecke im Stuttgarter Norden in den Talkessel fährt, muss wenige Monate vor Inbetriebnahme des neuen Tiefbahnhofs gekappt werden, um Umbauten an der S-Bahn zu ermöglichen. Sie soll, bis sie über den Flughafen in den neuen Hauptbahnhof fahren kann, in Stuttgart-Vaihingen enden. Möglich ist auch ein weiterer Interimshalt im Stuttgarter Norden.

Böblingens Oberbürgermeister Stefan Belz (Grüne) sagte, er befürchte, dass der zusätzliche Umstieg in Vaihingen für viele Fahrgäste unattraktiv sei. Außerdem werde parallel zur Kappung der Gäubahn auch die A81 ausgebaut. Auch Stefan Buhl, Landeschef des Fahrgastverbands „Pro Bahn“ ist gegen die Unterbrechung der Strecke. „Die geplanten zusätzlichen Umstiege sind für Fernreisende unattraktiv.“

Ein Gutachten des verkehrswissenschaftlichen Instituts (VWI) kommt zu dem Schluss, dass sich die Fahrzeiten für Fernreisende, je nach Verbindung, um bis zu 58 Minuten verlängern könnten. Für Fahrgäste mit Zielen innerhalb der Region Stuttgart, laut VWI die deutliche Mehrheit der Gäubahn-Nutzer, verlängern sich die Fahrzeiten um maximal acht Minuten.

Noch ist der Tunnel für die Gäubahn unter den Fildern hindurch lediglich eine Überlegung des Bundesverkehrsministeriums. Sollte er kommen, dürfte sich der Anschluss der Gäubahn an den Hauptbahnhof – und die Unterbrechung der Strecke – weiter verzögern. Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) drängt deswegen zur Eile. „Solche Ergänzungen müssen sehr rasch umgesetzt und angegangen werden.“ Man müsse zügig Fragen zu Planung, Finanzierung und Bau klären. David Nau (mit dpa)