. Im Zuge der Razzien nach dem Missbrauchsfall Bergisch Gladbach hat die Polizei in Baden-Württemberg die Wohnungen von sechs Verdächtigen durchsucht. Wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Köln mitteilten, seien 40 Polizisten im Einsatz gewesen. Mobiltelefone und Datenträger wurden sichergestellt. Diese müssten nun ausgewertet werden. Nähere Angaben zum Hintergrund und Alter der Tatverdächtigen wurden nicht gemacht. Festnahmen gab es keine.

In baden-württembergischen Sicherheitskreisen hieß es, dass die Durchsuchungen im Bereich der Polizeipräsidien Aalen, Karlsruhe, Offenburg, Heilbronn, Ulm und Reutlingen stattfanden. Bei den bundesweiten Razzien am Dienstag hatten die Ermittler insgesamt 50 Tatverdächtige im Visier – 48 Männer und zwei Frauen. Ihnen werde der Besitz und die Verbreitung kinderpornografischen Materials vorgeworfen. In zwölf Bundesländern seien insgesamt 60 Objekte durchsucht worden. Es gebe keine Hinweise darauf, dass die Beschuldigten selbst Kinder missbraucht hätten, sagte Ermittlungsleiter Michael Esser.

Auf die Spur der 50 neuen Verdächtigen kam die Polizei laut Esser durch Chats in einem Messengerdienst, in dem Personen kinderpornografisches Material austauschten. Auf richterlichen Beschluss hin habe der Betreiber des Dienstes der Polizei Daten überlassen. Den Ermittlern ist es es dann gelungen, Pseudonymen echte Namen zuzuordnen.  dpa