Stuttgart / epd Bei der Wahl ist die Initiative „Kirche für morgen“ klarer Gewinner. Nur 23 Prozent haben abgestimmt.

Der theologisch konservative Gesprächskreis „Lebendige Gemeinde“ hat bei der Wahl zur Synode der Evangelischen Landeskirche in Württemberg deutliche Verluste hinnehmen müssen. Von den insgesamt 90 Sitzen im Kirchenparlament erhält er 31 – vor sechs Jahren waren es noch 39 Sitze gewesen, teilte die Landeskirche mit. Wahlgewinner ist die Reforminitiative „Kirche für morgen“, die die Zahl ihrer Sitze von fünf auf zwölf mehr als verdoppelte. Die theologisch liberale „Offene Kirche“ konnte ihr Ergebnis von 2013 von 30 auf 31 Sitze verbessern. Damit sind die beiden größten Gruppen in der Landessynode künftig gleich stark. Die sogenannte Mitte-Gruppierung „Evangelium und Kirche“ vergrößert sich von 15 auf 16 Mandate.

Die Wahlbeteiligung betrug knapp 23 Prozent und lag damit 1,4 Prozentpunkte niedriger als bei der vorangegangenen Wahl zur Landessynode.

Das Kirchenparlament für die knapp zwei Millionen württembergische Protestanten entscheidet über die Verwendung der Kirchensteuer und verabschiedet kirchliche Gesetze. Außerdem werden die Synodalen eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger für Bischof Frank Otfried July wählen, der spätestens im Juli 2022 in den Ruhestand geht. Die württembergische evangelische Kirche ist die einzige Landeskirche in Deutschland, in der die Synode unmittelbar vom Kirchenvolk gewählt wird. epd