Furcht vor der Fünf-Prozent-Hürde? FDP-Chef Hans-Ulrich Rülke hat seiner Partei vor der heißen Phase des Landtagswahlkampfs Mut zugesprochen. Zwar sei die Situation nicht einfach, sagte der Spitzenkandidat beim Landesparteitag in Fellbach (Rems-Murr-Kreis). Aber es handle sich auch nicht um seinen ersten Landtagswahlkampf.
Der Wahlkampf 2011 sei geprägt gewesen vom Reaktorunglück in Fukushima und Stuttgart 21, der Wahlkampf 2016 von der Flüchtlingskrise, der 2021 von der Corona-Pandemie. «Immer stand der Fels in schwieriger Zeit», sagte Rülke mit Blick auf die FDP.
Die Zeiten seien nun wieder schwierig, so Rülke, auch mit Blick auf die wirtschaftliche Lage. Wer, wenn nicht die FDP, sei die richtige politische Partei, um mitzuhelfen, das Land in eine gute Zukunft zu führen. Er warb für eine bürgerliche Regierung mit der CDU, nicht mit den Grünen.
Er werde kein zweistelliges Wahlergebnis versprechen wie 2021, sagte Landeschef Rülke. Aber er verspreche, einen Landtagswahlkampf zu führen, der zeige, dass der Liberalismus noch da sei und die FDP in Baden-Württemberg gebraucht werde.
Mit dem Parteitag startet die FDP in die heiße Phase des Landtagswahlkampfs. Es geht für die Liberalen diesmal um viel, wenn nicht um alles: Erstmals in der Geschichte könnten sie in ihrem Stammland Baden-Württemberg aus dem Parlament fliegen. In Umfragen liegt die FDP derzeit bei rund 5 Prozent. Bei der Landtagswahl 2021 kam die Partei noch auf 10,5 Prozent.

