Stuttgart / Jens Schmitz Um eine zweite Welle zu verhindern, sollen Infektionsherde frühzeitig erkannt und bekämpft werden.

Die Landesregierung will bis kommende Woche Regeln erarbeiten, die regionale Unterschiede im Kampf gegen Corona ermöglichen. Dazu beitragen sollen aussagekräftigere Zahlen, mehr Personal bei den Gesundheitsämtern – und ein Frühwarnsystem. Das sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Dienstag.

„Wir wollen mit aller Kraft eine zweite Welle verhindern“, erklärte der Regierungschef. „Deshalb haben wir mit dem Bund und den anderen Ländern eine regionale Notbremse beschlossen.“ Demnach sind zielgerichtete Maßnahmen erforderlich, wenn die Zahl der Neuinfektionen in einem Kreis innerhalb von sieben Tagen über 50 pro 100 000 Einwohnern liegt.

Kretschmann will für Baden-Württemberg aber ein „Frühwarnsystem“ installieren. Aktuell werde ein Ampel-Modell erarbeitet: „Wenn die Infektionszahlen einen bestimmten Schwellenwert überschreiten, so um die 30 bis 35 Neuinfektionen pro Woche, dreht das System von Grün auf Gelb.“ Dann würden gegebenenfalls erste Maßnahmen eingeleitet. Dabei spiele eine Rolle, ob sich das Problem auf bestimmte Institutionen eingrenzen lasse. „Nur wenn es sozusagen ein ganz diffuser Anstieg ist in einem Landkreis, dann muss man eben für dieses Gebiet zu beschränkten Maßnahmen kommen.“ Die Details soll bis nächste Woche eine Taskforce unter Leitung des Sozialministeriums erarbeiten.  Jens Schmitz