Stuttgart / dna In einem Jahr sollen 30 Lokführer flexibel bei Ausfällen im Südwesten einspringen. Den Zuschlag erhält DB Regio.

Um dem Personalmangel bei Lokführern zu begegnen, startet das Land einen Pool, aus dem sich Eisenbahnverkehrsunternehmen im Land bedienen können. Damit sollen Engpässe beim Personal überbrückt werden. Von Juni 2021 an sollen zunächst 30 Triebfahrzeugführer zur Verfügung stehen, von April 2022 an dann insgesamt 50 Lokführer. Der Pool soll bis mindestens Juni 2025 bestehen. Betrieben werden soll er durch die Bahn-Tochter DB Regio, die nach Angaben des Verkehrsministeriums den Zuschlag im Vergabeverfahren erhalten hat.

Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) erklärte, er sei sehr froh, dass der Lokführer-Pool nun komme. „Wir wollen damit personalbedingte Zugausfälle reduzieren“, sagte Hermann. Das sei eine gute Nachricht für die Fahrgäste.

Erfolg in zweiter Ausschreibung

Hermann versuchte bereits seit längerem, den Personalpool zu verwirklichen. Eine Ausschreibung im November vergangenen Jahres hatte keine sinnvollen Angebote ergeben. Im nun erfolgreichen zweiten Vergabeverfahren sei der Pool neu konzipiert worden, so das Ministerium. So müssen Bahnunternehmen einen Abruf aus dem Pool nun mindestens 60 Tage vorher ankündigen. Außerdem darf DB Regio Personal, das nicht abgerufen wurde, selbst einsetzen.

Für die Einrichtung des Pools setzt die DB auf erfahrene Lokführer, will aber auch neues Personal ausbilden. Die Kosten für die Ausbildung übernimmt das Land. Sollte DB Regio mit dem Pool einen Verlust einfahren, übernimmt das Land 50 Prozent des negativen Saldos. An möglichen Gewinnen soll das Land ebenfalls beteiligt werden. Die erwarteten Kosten wollte das Ministerium mit Verweis auf Geschäftsgeheimnisse der DB Regio nicht nennen. David Nau