Ludwigsburg / lsw Im Zuge einer Kontrolle von Afrikanern heizt sich die Stimmung auf. Weitere Streifen werden alarmiert.

Polizisten aus Ludwigsburg sind nach Angaben ihres Präsidiums bei einer Kontrolle aus einer Menschenmenge heraus als Rassisten beschimpft worden. Drei Beamte hätten am Vorabend zwei Männer aus dem afrikanischen Gambia und aus ­Sierra Leone angesprochen, teilten die Beamten am Freitag mit. Während einer der Verdächtigen die Polizisten als Rassisten beschimpfte, habe sich schnell eine etwa 20-köpfige Gruppe gebildet. Aus dieser heraus habe es Kritik an der Kontrolle gegeben, die von einigen als rassistisch bezeichnet worden sei. Alarmierte weitere Streifen konnten die Menge auf Abstand halten. Gegen die beiden 21-jährigen Afrikaner wurden Platzverweise ausgesprochen.

Ludwigsburgs Polizeipräsident Burkhard Metzger kritisierte die Reaktionen laut der Mitteilung: „Es kann nicht sein, dass Polizisten von unbeteiligten Dritten ohne jede Kenntnis des Kontrollanlasses als Rassisten beschimpft werden.“

In den vergangenen Wochen hat die Debatte um Polizeigewalt und Rassismus bundesweit zu teils hitzigen Diskussionen geführt. Unter anderem hatte SPD-Chefin Saskia Esken für Äußerungen über einen „latenten Rassismus“ bei der Polizei viel Kritik einstecken müssen. Sie hatte später betont, dass sie Polizisten nicht unter einen Generalverdacht habe stellen wollen. dpa