Stuttgart / dpa Der Unterricht hat für alle wieder begonnen – mit halber Anwesenheitszeit, halben Klassen und Maskenpflicht.

Seit Montag sind die Schulen in Baden-Württemberg für alle Schüler wieder geöffnet – im Schichtbetrieb und nicht bei vollem Stundenplan. Wegen des Coronavirus gehen die Schüler zeitweise in die Schulen, in der übrigen Zeit wird es weiter Fernunterricht geben. Die Jahrgangsstufen wechseln sich ab, um Abstand halten zu können und das Infektionsrisiko zu senken.

Weil es nicht genügend große Räume gibt, mussten auch Klassen in Gruppen aufgeteilt werden. Das fällt manchen Schulen leichter, manchen schwerer. „Die Situation ist sehr inhomogen“, sagte der Landeselternbeiratsvorsitzende Carsten Rees. „Wir haben Schulen aus der Gründerzeit mit riesigen Klassenzimmern und hohen Decken und wir haben Schulen aus den 70ern, die wie Pappschachteln aussehen.“

Für die Schulleitungen sei die Organisation dieses Wiedereinstiegs in den Schulbetrieb „Stress pur“ gewesen, sagte Rees. Auch wegen verspäteter oder unzureichender Informationen seitens des Kultusministeriums.

Im SWR hat auch der Bundeselternbeirat das Kultusministerium in Stuttgart kritisiert. Man habe stets das Gefühl, dass die Schreiben aus dem Ministerium sehr kurzfristig kämen, sagte der Vorsitzende Stephan Wassmuth.

Das Kultusministerium betonte dagegen, die Schulen seien „bereits sehr frühzeitig über den heutigen Start der Ausbaustufe nach den Pfingstferien informiert“ worden. Die Rückmeldungen zeigten, „dass die Schulleiterinnen und Schulleiter gemeinsam mit den Lehrkräften und den Schulträgern diese Zeit genutzt haben und in den zurückliegenden Wochen viel geleistet haben, um eine reibungslosen Wiederaufnahme des Unterrichts zu ermöglichen“, sagte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU).

Neben der Teilung der Klassen sollen die Schulen möglichst sicherstellen, dass sich die Schüler in den Pausen nicht durchmischen und die Hygienevorschriften einhalten. Die Fahrpläne der Schulbusse wurden angepasst. Manche Lehrer können nicht im Klassenraum unterrichten, weil sie sich zur Risikogruppe zählen.

Der Philologenverband sprach sich für eine Maskenpflicht in der Schule, auf dem Schulhof und auf dem gesamten Schulwegs aus. Auch im Unterricht könne es sinnvoll sein, Masken zu tragen – etwa, wenn der Lehrer durch die Sitzreihen laufe, sagte der Landesvorsitzende Ralf Scholl.

„Bei allen überwiegt die Freude“, sagte Matthias Schneider, der Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Der Organisationsaufwand für die Schulen sei allerdings enorm. dpa