Fußball-Nationalmannschaft

Nagelsmann arbeitet an Standards als WM-Überraschungseffekt

Gegen die Schweiz fallen zwei Tore nach kurz ausgespielten Eckbällen. Das freut den Bundestrainer. Er mag diese Variante. Für die WM hat Julian Nagelsmann bei den wichtigen Standards besondere Pläne.

Julian Nagelsmann sieht Eckbälle und Freistöße als einen entscheidenden Faktor für einen WM-Erfolg und will deshalb noch intensiv an Standardsituationen arbeiten. «Wir haben im Unterschied zur EM nochmal die klimatischen Bedingungen, die extrem sind. Und da kann ein Standardtor ein Dosenöffner sein. Und andersherum kann es auch schlecht laufen, wenn man eins bekommt. Es ist in beide Richtungen wichtig», sagte der Bundestrainer vor dem Testspiel der Nationalmannschaft gegen Ghana. 

Nagelsmann sieht die Entwicklung im Weltfußball und will dieser Rechnung tragen. «Die Anzahl an Standardtoren ist eh schon extrem. Und ich befürchte, in Anführungszeichen, dass sie auch noch höher wird. Es gibt ja Teams, die schießen 50 Prozent ihrer Tore aus Standards», sagte der Bundestrainer. Im Schnitt liege die Quote bei gut einem Drittel. 

Assistent soll Varianten entwickeln

Sein für Standards zuständiger Assistent Mads Buttgereit werde bis zum Turnier in den USA, Kanada und Mexiko noch weitere Varianten ausarbeiten. «Er wird sich noch mehr einfallen lassen, was wir in den Testspielen noch nicht preisgeben wollen», sagte Nagelsmann. Zudem sei der Trainerstab auch gezielt mit dem Blick auf Standards vergrößert worden. 

Beim 4:3 gegen die Schweiz am Freitag in Basel hatten zwei kurz ausgeführte Eckbälle zu Toren durch Jonathan Tah und Florian Wirtz geführt. Mit diesen Varianten könne man «mehr Dynamik» erzeugen, als mit einer sofortigen Flanke. «Ich bin immer ein großer Freund von kurz ausgespielten Ecken. Natürlich gebe ich da meinen Senf dazu», sagte der Bundestrainer. «Unsere Quote ist gut. Und die wird auch noch besser werden, wenn wir mehr Zeit investieren», versicherte der 38 Jahre alte Bundestrainer.