Laborergebnisse

Ministerium: Fläschchen enthielt nie radioaktives Polonium

Der Fund eines Fläschchens mit der Aufschrift «Polonium 210» löste einen Großeinsatz aus. Nun ist klar: Radioaktiver Stoff war nie in dem Behältnis. Was die Behörden noch herausgefunden haben.

Nach dem Fund eines Fläschchens mit der Aufschrift «Polonium 210» in Vaihingen an der Enz (Kreis Ludwigsburg) hat das Umweltministerium mitgeteilt, dass der radioaktive Stoff zu keinem Zeitpunkt in dem Fläschchen enthalten war. Das hätten mehrere radiologische Messungen und Analysen des Inhalts des Behältnisses ergeben, teilte das Ministerium mit. Zudem hätten Analysen des Landeskriminalamtes keine Hinweise auf andere gesundheitsschädliche Stoffe ergeben.

Bereits vergangene Woche hatte das Ministerium mitgeteilt, dass in dem Fläschchen kein Polonium 210 sei. In dem Gefäß war demnach eine gelbliche Flüssigkeit mit weißem Granulat.

Die weiteren Ermittlungen übernimmt laut Umweltministerium das zuständige Polizeipräsidium Ludwigsburg. Ein Sprecher dort sagte, bisher gebe es keine neuen Erkenntnisse dazu, wie das Fläschchen in den Garten gekommen sei. Unklar blieb zunächst weiterhin, was für ein Stoff nun letztlich in dem Gefäß war.

Fund bei Ostereiersuche 

Zwei Männer hatten das Fläschchen nach Angaben der Polizei bei der Ostereiersuche am Ostersonntag in einem privaten Vorgarten nordöstlich von Stuttgart gefunden. Sie wählten sofort den Notruf. 

Polonium ist ein chemisches Element mit hoher Radiotoxizität und deshalb sehr gesundheitsschädlich. Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) ist der Stoff vor allem dann gefährlich, wenn er eingeatmet oder aufgrund offener Wunden über die Haut aufgenommen wird. Schon ein Millionstel Gramm Polonium 210 kann einen Menschen töten - laut BfS innerhalb weniger Tage. Der Putin-Kritiker und frühere Geheimdienstoffizier Alexander Litwinenko etwa starb 2006 in London nach einem Anschlag mit Polonium 210.