Mercedes-Gesamtbetriebsratschef Ergun Lümali hat sich kurz vor den anstehenden Betriebsratswahlen zur Gemütslage der Beschäftigten beim Stuttgarter Autobauer geäußert. «Die Stimmung in der Belegschaft ist angespannt», sagte Lümali der «Stuttgarter Zeitung», den «Stuttgarter Nachrichten» und der «Kreiszeitung Böblinger Bote».
«Rückgänge bei Absatz, Umsatz und Gewinn verunsichern viele, weil solche Entwicklungen meist mit Kostensenkungen einhergehen», sagte Lümali, der auch Vorsitzender des Betriebsrats am Standort Sindelfingen ist. Zusätzlich beunruhigten die wirtschaftlichen Angriffe, insbesondere aus China und den USA. «Als stark exportabhängiger Standort spüren wir Handelsbarrieren unmittelbar», sagte Lümali.
Standort unter Druck
Auch in Sindelfingen stehe man unter dem Druck von Effizienz, Tempo und Kosteneinsparungen. «Was wir aber nicht akzeptieren, sind Entscheidungen mit der Brechstange über die Köpfe der Beschäftigten hinweg, die Neuanläufe und die Zukunftsfähigkeit des Standorts gefährden könnten», sagte Lümali. Dafür brauche man «schnell Transparenz, klare Zielbilder und verbindliche Abstimmungen mit dem Betriebsrat».
Im 1915 gegründeten Werk in Sindelfingen bei Stuttgart arbeiten nach Angaben von Mercedes mehr als 30.000 Menschen. Dort wird unter anderem die S-Klasse produziert.
Bei dem Dax-Konzern war der Gewinn im vergangenen Jahr um knapp die Hälfte eingebrochen. Bereits 2024 hatte Mercedes einen deutlichen Gewinnrückgang verzeichnet. Der Autobauer reagierte darauf und legte ein Sparprogramm auf, um wieder profitabler zu werden.

