Deutschland / dpa / afp 174 Erntehelfer haben sich in Bayern mit dem Coronavirus infiziert. Lokale Ausbrüche wie dieser und Reiserückkehrer nähren die Sorge vor einer zweiten Corona-Welle. An vielen Flughäfen sind bereits freiwillige Tests möglich.

Angesichts steigender Zahlen von Corona-Infektionen wächst in Deutschland die Sorge vor einer „zweiten Welle“.

„Es handelt sich weltweit und in Deutschland um eine sehr dynamische und ernstzunehmende Situation“, teilte das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstag mit. In Deutschland war die Zahl der Neuinfektionen zuletzt deutlich gestiegen. Das RKI hatte am Donnerstag und Freitag jeweils rund 800 neue Fälle registriert. Es nannte die Entwicklung „sehr beunruhigend“ und appelierte an die Bevölkerung, Abstands- und Hygieneregeln einzuhalten.

Täglich neue Infektionsherde

Sachsens Ministerpräsident Kretschmer (CDU) sagte der „Rheinischen Post“: „Wir haben jeden Tag neue Infektionsherde, aus denen sehr hohe Zahlen werden könnten.“ Die allseits befürchtete zweite Infektionswelle „findet bereits jeden Tag statt“. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) registrierte am Freitag binnen 24 Stunden die Rekordzahl von 284 196 Fällen. Die meisten davon entfielen auf die USA, Brasilien und Indien.

174 Erntehelfer auf Bauernhof infiziert

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174 Erntehelfer wurden dort positiv auf Sars-Cov2 getestet, wie das Landratsamt Dingolfing-Landau mitteilte. Bei einem Ausbruch im österreichischen Touristenort St. Wolfgang wurden bisher 44 Fälle registriert.

Urlaubs-Rückkehrer können sich nun auf mehreren Flughäfen kostenlos auf das Coronavirus testen lassen. Die Airports in München, Nürnberg, Düsseldorf, Köln/Bonn und Dortmund bieten seit Samstag erstmals kostenfreie Untersuchungen an.

Die Bundesregierung geht indes davon aus, dass es keine Engpässe bei der Bereitstellung eines Impfstoffes geben wird. „Wir sind dabei, die Produktionskapazitäten in Deutschland zu erhöhen“, sagte Forschungsministerin Anja Karliczek (CDU) der „Bild am Sonntag“. Mit einem Impfstoff für die breite Masse sei aber erst Mitte 2021 zu rechnen.

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