Stuttgart / Axel Habermehl Personalvertreter wollen verhindern, dass es im Südwesten eine Notbetreuung in den Pfingstferien gibt.

Die Beschäftigtenvertretung von Lehrern fast aller Schularten wendet sich gegen Notbetreuungsdienste in den Pfingstferien. Der Hauptpersonalrat der Grund-, Haupt-, Werkreal-, Real- und Gemeinschaftsschulen sowie für Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren hat einer freiwilligen Abstellung von Lehrern für eine Betreuung an Ferientagen oder in den Ferien widersprochen. Das geht aus einem Schreiben des Hauptpersonalrats-Vorsitzenden Alfred König an Schulleitungen hervor, das dieser Zeitung zugespielt wurde. Der Hauptpersonalrat vertritt rund 69 000 Beschäftigte gegenüber ihrem Dienstherrn, dem Kultusministerium.

„Die Lehrkräfte und insbesondere Sie als Schulleitung sind aktuell stark belastet und haben in der Umsetzung des Präsenzunterrichts und dem parallel aufrecht zu erhaltenen Fernunterricht große Herausforderungen zu bewältigen“, begründet König die ablehnende Haltung. „Sie als Schulleitung und alle Lehrkräfte haben die Möglichkeit NEIN (Hervorhebung im Original, d. Red.) zu sagen und müssen nicht zur Notbetreuung an Ferientagen und in den Ferien zur  Verfügung stehen.“ Ein Betreuungsangebot könne „allenfalls auf freiwilliger Basis“ vorgehalten werden. Dies könne der Personalrat nicht unterbinden. „Jedoch muss auch dann sichergestellt sein, dass dies nicht zu einer Präsenznotwendigkeit der Schulleitung führt.“

Ein Sprecher des Kultusministeriums sagte, das Schreiben sei im Haus bekannt. Zu diesem Thema habe bereits „eine Erörterung“ mit König stattgefunden. Derzeit arbeite das Ministerium an Rahmenbedingungen für eine Notbetreuung in den Pfingstferien. Ergebnisse sollen „möglichst zeitnah“ veröffentlicht werden. Für die Sommerferien hat das Kultusministerium bereits „freiwillige Lern- und Förderangebote“ angekündigt. Damit solle Schülern die Möglichkeit gegeben werden, Lerninhalte zu wiederholen und zu vertiefen.

Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) hatte schon vor Wochen Forderungen zurückgewiesen, die Pfingst- oder Sommerferien zu streichen oder zu verschieben, um verpassten Unterrichtsstoff nachzuholen. „Alle Ferien finden wie geplant statt“, sagte sie Mitte April dieser Zeitung. Axel Habermehl