Konstanz / Petra Walheim Konstanzer Gemeinderat entscheidet über weiteres Vorgehen, um Klimaneutralität zu erreichen.

. „1,5 Tage für 1,5 Grad“: Unter diesem Motto halten die Konstanzer Fridays-for-­Future-Demonstranten vor dem Bodenseeforum seit Mittwochmorgen eine Mahnwache. Im Forum entscheidet der Gemeinderat am Donnerstag darüber, wie der Klimaschutz in Konstanz weiter vorangetrieben werden kann. Außerdem stellt die Verwaltung den halbjährlichen Ergänzungsbericht zum Klimaschutz vor und informiert über die Erarbeitung einer Klimaschutz-Strategie.

Die Mahnwache zielt vor allem auf den fraktionsübergreifenden Antrag „Konstanz klimapositiv 2030“ ab. Den hatte die Fridays-for-­Future-Gruppe nach Aussage des Sprechers Japhet Breiholz mit initiiert und ausgearbeitet. „Die Stadt tritt seit über einem Jahr auf der Stelle“, sagt Breiholz. Mit dem Antrag, der von den Fraktionen Linke Liste, Freie Grüne Liste und Junges Forum Konstanz gestellt wurde, soll neuer Schwung in den Klimaschutz gebracht werden. „Uns fehlt es an konkreten Maßnahmen“, sagt Japhet Breiholz. Das Ziel müsse sein, Konstanz bis 2030 klimaneutral zu machen.

Behält Konstanz Vorreiterrolle?

Konstanz hatte im Mai 2019 als erste Kommune Deutschlands den „Klimanotstand“ ausgerufen. Dem folgten bundesweit etliche Städte und Gemeinden. Im November 2019 rief auch die Europäische Union ihn aus.

„Wir sind sehr gespannt, ob Konstanz seiner ehemals bundesweiten Vorreiterrolle im Klimaschutz gerecht wird und ob die Stadt mit dem Beschluss diese Rolle auch behält“, sagt Breiholz. Sollte der Gemeinderat die Klimaneutralität bis 2030 beschließen, wäre das nach Aussage des Sprechers der Fridays-for-Future-Bewegung in Konstanz ein „historischer Beschluss“.

Inhalt des Konzeptes in Konstanz ist, dass sämtliche Gemeinderatsentscheidungen auf Klimaneutralität hin geprüft werden. Eine spektakuläre und auch umstrittene Entscheidung war, beim Konstanzer Seenachtsfest auf das beliebte Feuerwerk zu verzichten. Das Thema hat sich aufgrund der Corona-Pandemie erledigt. Das Seenachtsfest wurde abgesagt. Ein weiterer Vorschlag war, eine Solaroffensive zu starten. „Aber dafür müssen auch Anreize geschaffen werden“, fordert Breiholz. Petra Walheim