Berlin/Stuttgart / lsw Im Land werden mehr behinderte Kinder an allgemeinen Schulen unterrichtet als noch vor zehn Jahren.

Beim gemeinsamen Lernen von Schülern mit und ohne Behinderung gibt es in Baden-Württemberg Fortschritte. Das besagt eine Studie der Bertelsmann-Stiftung. Demnach wurden im Schuljahr 2018/2019 rund 36 Prozent der Kinder und Jugendlichen mit Förderbedarf in den Klassen 1 bis 10 an allgemeinen Schulen unterrichtet. Zehn Jahre zuvor waren es 27 Prozent.

Der Südwesten bleibt aber unter dem Bundesschnitt. Letztes Jahr gingen deutschlandweit 43 Prozent der förderbedürftigen Schüler auf allgemeine Schulen, 2009 waren es noch 19 Prozent.

Seit 2009 ist die Zahl der Schüler mit Förderbedarf von 472 000 auf 545 000 gestiegen, während die Gesamtzahl der Schüler in den Jahrgangsstufen von 8 auf 7,4 Millionen sank.

Die Bertelsmann-Stiftung sieht nach wie vor eine starke Tendenz, Schüler auf eine Förderschule zu überweisen. Deutschland hinke insgesamt bei der Annäherung an die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention hinterher.

In einer für die Studie durchgeführten Infratest-dimap-Befragung von Eltern schulpflichtiger Kinder bis 16 plädierten 94 Prozent für gemeinsames Lernen von Kindern und Jugendlichen mit und ohne körperliche Beeinträchtigung. Hohe Zustimmungswerte gab es auch für die Inklusion von Schülern mit Sprach- oder Lernschwierigkeiten.

Anders sieht es mit der Inklusion von Kindern mit geistiger Behinderung oder mit Verhaltensauffälligkeiten im emotional-sozialen Bereich aus. Dafür fand sich in der Elternschaft keine Mehrheit. dpa