Überlingen / epd Für die im April beginnende Ausstellung nutzt Überlingen seine Seelage und seine Parkanlagen.

Das Konzept für die Landesgartenschau vom 23. April bis 18. Oktober 2020 in Überlingen gewinnt an Profil. Die Schau am Bodensee nutzt ihr Potenzial am Wasser: Ein ökumenisches Kirchenschiff wird neben der Anlegestelle der Bodensee-Schiffsbetriebe vor Anker liegen und ein umfangreiches Veranstaltungsprogramm bieten. Es wird „Schwimmende Gärten“ geben, also  kleine blühende Inseln, die über einen Steg begehbar sind. Sechs Gärten sind direkt an den Steg angedockt, einige schwimmen frei auf der Wasseroberfläche des Sees.

Der größte Ausstellungsbereich ist der neu angelegte, sechs Hektar große Uferpark mit neuen Zugängen zum See und Spielbereichen für Kinder. Die mit fünf Kilometern längste Uferpromenade Deutschlands am Überlinger See wird durch die Landesgartenschau ebenfalls aufgewertet.

Überlingen besitzt eine lange Tradition als Gartenstadt, sagt die Gartenführerin Eva Hobbing. Das verdankt sie vor allem dem Stadtgärtner Hermann Hoch (1866–1955), der nach seiner Arbeit auf der Insel Mainau nach Überlingen kam. Dort, in der damals weit bekannten Kur- und Bäderstadt, gestaltete er die Parkanlagen – vor allem den Stadtgarten, der heute unter Denkmalschutz steht.

Vom großherzoglichen Park der Mainauinsel brachte Hoch exotische Pflanzen wie Mammutbäume nach Überlingen und legte 1905 eine Kakteensammlung an. Sie besteht heute aus 5000 Exemplaren. Bisher wurde sie jedes Jahr im Frühjahr aus dem Gewächshaus ausgezogen und in den Stadtgarten gebracht. Wegen der Landesgartenschau bekommen die Kakteen nun ein neues Pflanzenhaus im Kurgarten.

Der „Gartenkulturpfad“ wird auf rund vier Kilometern Länge die schönsten Parks und Gärten der Stadt miteinander verbinden. Villengärten, Rosenobelgärten und Menzinger Gärten werden einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Während der Schau feiert die ehemalige Freie Reichsstadt. auch ihr 1250. Jubiläum.

Judith Kubitschek, epd