Stuttgart / Alfred Wiedemann Der Betrieb beginnt mit Abschlussklassen wieder. Prüfungen unter Corona-Bedingungen bleiben umstritten.

Am 18. Mai beginnt das verschobene Abi. Darüber gibt es allerdings weiter Streit: Im Petitionsausschuss des Landtags hatten drei Eingaben keinen Erfolg. Zwei forderten eine Absage und stattdessen eine Durchschnittsnote. Eine richtete sich gegen die Abi-Verschiebung.

Nach Anhörung des Kultusministeriums habe der Petitionsausschuss mehrheitlich grünes Licht für die Abi-Pläne gegeben, teilte die Ausschussvorsitzende Petra Krebs mit.  Das Ministerium garantiere „faire und angemessene Bedingungen für alle Abiturientinnen und Abiturienten“, unter anderem durch das Verschieben des Starts und die beiden Nachholtermine. „Wir hoffen, dass es einen guten Abiturjahrgang 2020 gibt“, so Krebs.

Eine Absage der Prüfungen fordern auch Schülersprecher aus dem ganzen Land. Mit Blick auf die Gesundheit und die Gerechtigkeit an den Schulen sollten die bisher erbrachten Leistungen als Abschlussnoten zählen. 5000 Unterstützer hat die  Online-Resolution „Abschluss umdenken!“ auf chance.org inzwischen. „Ich unterschreibe, weil ich unsere Bedingungen dieses Jahr als absolut unfair und nicht gerecht empfinde“, schreibt zum Beispiel eine Esslinger Schülerin. Eine bundesweite Online-Petition zu dem Thema hat mehr als 152 000 Unterstützer. Auch Klagen sind im Gespräch. Ein „Durchschnittsabitur“ komme aber nicht infrage, hatte Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) letzte Woche klar gemacht. Darin seinen sich alle Bundesländer einig.

Der Landesschülerbeirat ist auf Seiten der Ministerin. Nach vielen Diskussionen, sagt Pressesprecher Roman Jauch. Eine Lösung mit Durchschnittsnote hätte die Schüler um die Chance gebracht, „sich über die Prüfungen zu verbessern.“ Dass wieder Präsenzunterricht stattfinden kann, unter Beachtung des Infektionsschutzes, sei wichtig, damit beim Lernen wieder gleiche Voraussetzungen herrschten. „So ist es die fairste Möglichkeit für alle.“

Ein Abschluss ohne Prüfungen hätte immer einen Makel gehabt, sagt Jauch, die bundesweite Vergleichbarkeit sei wichtig. Klar sei aber auch, dass die Belastungen für die diesjährigen Abschlussschüler groß seien, mit der Angst vor Ansteckung und dem langem Lernen daheim mit ganz unterschiedlichen Möglichkeiten. Die angebotenen Nachtermine seien wichtig für alle, die sich noch nicht sicher fühlten. aw