Vor Halbfinale im DFB-Pokal

Hoeneß fordert «Mund abputzen» nach der Bayern-Watschn

Mit der missglückten Dienstreise nach München will sich der VfB Stuttgart gar nicht mehr befassen. Auf den Champions-League-Aspiranten wartet ein «Do-or-die-Spiel».

Mit der Bayern-Watschn wollte sich VfB Stuttgarts Trainer Sebastian Hoeneß eigentlich gar nicht mehr aufhalten. «Mund abputzen, wie man so schön sagt, und nach vorne schauen», forderte er nach dem 2:4 (1:3) in der Allianz-Arena, als der Rekordmeister seine 35. Meisterschaft perfekt machte. Denn für den amtierenden DFB-Pokalsieger steht schließlich noch das Halbfinale an und auch in der Liga wollen die Stuttgarter ihren Champions-League-Platz selbstverständlich behalten. 

«Do-or-die-Spiel»

Vorerst gelte es aber, «schnell den Fokus auf das Halbfinale im DFB-Pokal gegen Freiburg zu richten», sagte Hoeneß. Sein Linksverteidiger Maximilian Mittelstädt nimmt dafür Zuversicht aus dem Aufbäumen gegen die Münchner mit: «Fürs Selbstvertrauen war es auf jeden Fall gut, dass wir uns jetzt nicht abschlachten lassen haben». Die schwäbischen Fußballer kämpfen am Donnerstag (20.45 Uhr/ARD und Sky) im eigenen Stadion gegen den SC Freiburg um den erneuten Einzug ins Finale.

Vor dem Pokalgegner warnte VfB-Sportvorstand Fabian Wohlgemuth: «Die haben sich schon in die Saison reingespielt, sind extrem stabil, sind im Flow.» Auch Trainer Hoeneß ermahnte seine Mannschaft vor dem Duell: «Das wird ein komplett anderes Spiel, mit komplett anderem Charakter, ein Do-or-die-Spiel.» Allein die Aussicht auf das Endspiel sei Ansporn genug. «Wir haben die Chance, das zweite Mal in Folge nach Berlin zu fahren. Das ist außergewöhnlich», äußerte er.

Kein dickes Polster 

Mit Blick auf die letzten vier Bundesliga-Spieltage fasste Hoeneß zusammen: «Wir haben es weiterhin in der eigenen Hand. Wir spielen gegen unsere direkten Konkurrenten und das ist eine sehr gute Ausgangsposition.»

Nach dem Heimspiel gegen Werder Bremen warten im Endspurt der Saison nämlich die TSG Hoffenheim, Bayer Leverkusen und Eintracht Frankfurt auf die Stuttgarter. Die fünftplatzierten Hoffenheimer und die Leverkusener auf Rang sechs sind dicht am VfB dran. Nur vier Zähler trennen Leverkusen und Stuttgart, die nach dem 30. Spieltag auf dem Champions-League-Rang vier stehen.

«Dinge, die wir mitnehmen wollen»

Die zwei eigenen Tore gegen die Bayern könnten dabei am Ende sogar entscheidend sein. Das weiß auch der Trainer und bemerkte in seinem Urteil über die Niederlage, dass es ja auch ums Torverhältnis gehe. Kapitän Atakan Karazor pflichtete bei. Er sei «froh, dass wir am Ende noch Charakter zeigen, sogar noch einen Anschlusstreffer erzielen. Und das sind Dinge, die wir in den nächsten Wochen mitnehmen wollen und nicht die schlechten Dinge», sagte er.

Nach dem Führungstreffer durch Chris Führich (21.) hatte Andres Chema in der 88. Minute mit einem sehenswerten Schuss für den 2:4-Endstand gesorgt. Generell aber wolle Karazor die Begegnung in München «ganz schnell» vergessen. Am Besten mit einem Erfolg gegen den SC Freiburg.