Nach Freiburgs 3:1

Ginter historisch: «Der Erste in meiner ganzen Karriere»

Freiburg hat erneut große Lust auf Europa. «Wir wollen wieder so lange wie möglich auf Reisen gehen», kündigt Ginter nach dem Hinspiel der Conference-League-Playoffs an. Nur eine Sache ärgert den SC.

Für Matthias Ginter ist Motherwell nun ein Ort von historischer Bedeutung. «Glaub, der erste in meiner ganzen Karriere», sagte der Abwehrspieler des SC Freiburg über seinen Premieren-Doppelpack. Auch sonst verlief der Abend mit dem 3:1 (1:1) des Europa-League-Finalisten im Playoff-Hinspiel der Conference League bei dem insgesamt limitiertem Club aus der Nähe Glasgows ganz nach Ginters Geschmack. «Das Ergebnis nehmen wir gern mit», bilanzierte er.

Neu war diesmal nicht nur, dass Ginter doppelt traf, sondern auch noch per Elfmeter, flach und präzise unten links. «Hab ja schon paar geschossen, eher dann Richtung Elfmeterschießen, nicht so während dem Spiel», sagte Ginter gelassen. Den letzten aus dem Spiel heraus verwandelte er laut dem Online-Portal «transfermarkt.de» in der Freiburger U19 vor mehr als 14 Jahren.

Der etatmäßige Freiburger Elfmeterschütze Vincenzo Grifo, der das 3:1 durch Neuzugang Keisuke Goto (90.+6) vorbereitete, saß bei Ginters Elfmeter in der 65. Minute noch auf der Bank. Lucas Höler war wegen der nahenden Geburt seines zweiten Kindes gar nicht erst mit nach Schottland geflogen.

Beste: «Wir fahren nach Düsseldorf, um weiterzukommen»

«Wir haben uns eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel geschaffen», stellte Trainer Julian Schuster fest. Offensivspieler Jan-Niklas Beste blickte bereits auf den nationalen Pokal-Wettbewerb. Dort geht es schon am Sonntag beim Drittligisten Fortuna Düsseldorf weiter (18.00 Uhr/Sky). «Wir fahren nach Düsseldorf, um weiterzukommen», kündigte Beste selbstverständlich an. Vier Tage später findet das Rückspiel gegen Motherwell statt.

«Das ist natürlich unser Ziel von Anfang an gewesen, in die Gruppenphase zu kommen», sagte Ginter: «Wir wollen wieder so lange wie möglich auf Reisen gehen.» Im Mai hatte der badische Fußball-Bundesligist im ersten Europa-Pokal-Endspiel der Vereinsgeschichte den Europa-League-Titel gegen Aston Villa verpasst (0:3).

Ginter: «Das Tor an sich war nicht gut verteidigt»

Drei Monate später gab es im ersten Pflichtspiel der Saison nur in der Anfangsphase Zweifel, als Regan Charles-Cook nach gerade mal 69 Sekunden zum 1:0 für Motherwell traf. Auf der rechten Freiburger Defensivseite klaffte ein großes Loch, im Zentrum kam Innenverteidiger Max Rosenfelder zu spät. «Das Tor an sich war nicht gut verteidigt», mäkelte Ginter.

«So stellt man es sich natürlich nicht vor, in ein Spiel zu starten. Das wollten wir unbedingt verhindern», sagte Schuster. «Was das Positive ist: dass die Jungs das dann kein zweites Mal zugelassen haben.»

Mit dem restlichen Verlauf war Schuster sehr zufrieden. Seine Elf sei von dem frühen Schock unbeeindruckt geblieben, nicht verkrampft und habe es geduldig gespielt. «Viele Dinge», sah der Coach, «auf denen wir weiterhin aufbauen können.»

Schusters Lob: «Das ist definitiv nichts Neues»

Auch die Standards wie bei Ginters 1:1 (28.) seien gut gewesen. «Dass Matze da seine Qualitäten hat, wenn er dann eben auch mit nach vorne stoßen kann, das ist definitiv nichts Neues», sagte Schuster. In der Vorsaison erzielte Ginter wettbewerbsübergreifend fünf Tore, davon drei per Kopf. «Freut uns natürlich, dass er es direkt übertragen hat in die neue Saison», sagte der Coach.