Stuttgart / lsw Gewerkschaft bezweifelt, dass sich der Plan der Landesregierung für Grundschulen umsetzen lässt.

Die Gewerkschaft GEW glaubt nicht an die von der Landesregierung angekündigte vollständige Öffnung der Grundschulen bis Ende Juni. Dafür gebe es nicht genug Lehrer, sagte GEW-Landeschefin Doro Moritz. „Wie soll die komplette Öffnung der Grundschulen mit 70 Prozent der Lehrkräfte funktionieren?“

Moritz bezog sich auf den Anteil der Lehrer, die in der Corona-Pandemie zur Risikogruppe zählen, und darauf, dass die Grundschulen schon vor Corona zu wenig Lehrer gehabt hätten. Sie hielt dem Land vor, es setze die Lehrer einem höheren Infektionsrisiko aus. „Warum soll eine Grundschullehrerin beim Einkauf im Supermarkt 1,50 Meter Abstand halten und einen Mundschutz tragen, aber im Klassenzimmer mit 28 Kindern ohne entsprechende Schutzmaßnahmen Unterricht halten?“

Ministerpräsident Kretschmann (Grüne) und Kultusministerin Eisenmann (CDU) hatten am Dienstag eine vollständige Öffnung der Kitas und Grundschulen bis Ende Juni angekündigt. Sie stützten sich auf Zwischenergebnisse einer Studie von Unikliniken im Südwesten. Demnach spielen Kinder bis zehn Jahren als Überträger des Virus eine untergeordnete Rolle.

Eisenmann hatte bestätigt, dass die vollständige Öffnung der Grundschulen nur ohne Abstandsgebote geht. Gleichwohl soll verhindert werden, dass die Klassen sich untereinander vermischen. dpa