Grabenstetten / Alexander Thomys Nach dem Rettungseinsatz gibt es Kritik: Sind höhere Hürden für Event-Unternehmen notwendig?

  Nach der Rettung der beiden nach einem Unwetter in der Falkensteiner Höhle eingesperrten Männer sieht Grabenstettens Bürgermeister Roland Deh wenig Möglichkeiten, für mehr Sicherheit an der Höhle zu sorgen. Die Gemeinde prüft, der betroffenen Firma die Lizenz zur Höhlenbegehung mit Kunden zu entziehen. „Hierfür wird es erst einmal eine Anhörung des Anbieters geben“, sagt Deh.

Die Lizenz, die die Gemeinde Grabenstetten per Polizeiverordnung einführte, wird nach Meinung von Jochen Hintz zu leicht vergeben. Hintz betreibt selbst ein Outdoorevent-Unternehmen und ist regelmäßig in der Falkensteiner Höhle. Am Unfalltag brach Hintz eine Tour aus Sicherheitsgründen ab, setzte den Notruf ab und unterstützte die Rettungsarbeiten, indem sein Team eine Führungsleine in der Höhle nach der ersten Engstelle befestigte, ehe das Wasser den Zugang ohne Tauchgeräte unmöglich machte.

Schon am Dienstag führte Hintz wieder Touristen in die Wasserhöhle. „Ein Versicherungsnachweis genügt, um die Lizenz zu erhalten“, sagt er. „Ein paar Neoprenanzüge und der Nachweis reichen also, um in der Höhle Touren anbieten zu können.“

Dies bestätigt Bürgermeister Deh. „Die Polizeiverordnung hatte zwei Ziele: Die Gemeinde sollte nicht auf den Kosten der Rettungseinsätze liegen bleiben und die Kunden für seriöse Anbieter sensibilisiert werden.“ Die Gemeinde habe überlegt, einen „Erfahrungsnachweis der Höhlenführer einzufordern“. Alle Fachleute hätten aber gesagt, dass es so etwas nicht gebe.

Die Gemeinde setze auf das Verantwortungsbewusstsein der Tourenanbieter. „Das hat sich auch bewährt“, sagt Deh, der im Zusammenhang mit dem jüngsten Unfall von einer „verhängnisvollen Fehleinschätzung“ und von „Dummheit“ des Tourenguides spricht.

Deh lobt das „gute Krisenmanagement“ und spricht von einer „Meisterleistung“ der Höhlen­taucher. „Es ist genial, was die Jungs draufhaben“, so der Bürgermeister.

Jochen Hintz indes hat bei seiner Firma ein eigenes Sicherheitskonzept für die Falkensteiner Höhle erarbeitet: So müssen seine Mitarbeiter etwa zwei Jahre bei Touren in der Höhle mitlaufen, ehe sie eigenverantwortlich Touren leiten können.

Alexander Thomys