Burladingen / dpa Ein Mädchen ertrinkt unter noch ungeklärten Umständen im Becken der Nachbarn. DLRG warnt vor Unachtsamkeit.

Nach dem Tod eines vierjährigen Mädchens in einem Pool in Burladingen (Zollernalbkreis) warnen Experten davor, kleine Kinder in Gärten aus den Augen zu lassen. „Eltern sind sich oft nicht bewusst, dass private Wasserflächen zu tödlichen Fallen werden können“, sagte DLRG-Sprecher Martin Holzhause am Mittwoch. Unachtsamkeit und Sorglosigkeit vor allem der Erwachsenen sei daher eine besonders häufige Ursache. „Für ein Unglück reichen schon ein paar Minuten“, sagte Holzhause. Kinder müssten daher dauerhaft beaufsichtigt werden.

Nur kurz ohne Aufsicht

Das Mädchen war leblos im Pool der Nachbarn gefunden worden und in der Nacht zum Mittwoch gestorben, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten. Es werde überprüft, ob Dritte für den Todesfall verantwortlich sein könnten. Nach Angaben der Behörden hatte das Mädchen am Montag zunächst unter Aufsicht vor dem Haus der Mutter gespielt. Für kurze Zeit soll die Frau das Kind aus den Augen gelassen haben – als sie zurückkam, war ihre Tochter verschwunden. Bei einer Suchaktion entdeckten alarmierte Polizisten die Vierjährige in einem mobilen Pool auf einem Nachbargrundstück. Unklar ist, ob das Kind schwimmen konnte und ob der Pool gesichert war.

Kinder schweben nach Angaben der DLRG in besonderer Gefahr zu ertrinken: Im vergangenen Jahr kamen bundesweit 17 Kinder (2018: 15) im Vorschul- und acht (elf) im Grundschulalter im Wasser ums Leben. Ein Grund: Immer weniger Jungen und Mädchen können schwimmen, wie die DLRG warnt. In privaten Swimmingpools kamen im vergangenen Jahr zwei Menschen ums Leben.

DLRG und der Bundesverband Schwimmbad & Wellness (bsw/Köln) empfehlen, Pools mit einem Gitter oder Netz abzudecken, damit Kinder nicht einfach hineinklettern können. Außerdem müssten Kinder frühzeitig aufgeklärt werden über Gefahren, die im und am Wasser lauerten. Zudem seien auch der Teich im Garten nebenan, der Bach hinter dem Grundstück oder das Planschbecken auf der Terrasse Gefahrenquellen. dpa