Es ist wie ein Finale vor dem Finale. Zum Saisonabschluss in der Fußball-Bundesliga am Samstag (15.30 Uhr/Sky) steht der SC Freiburg vor einem kniffligen Spagat. Setzt das südbadische Kollektiv trotz des Europa-League-Endspiels alles daran, mit einem Sieg gegen RB Leipzig Rang sieben und damit die Teilnahme an der Conference League zu sichern? Oder spart der Sport-Club lieber Kräfte für das größte Spiel der Vereinsgeschichte in Istanbul vier Tage später?
Der Trainer warnt
Gewinnt der SC Freiburg keins seiner beiden letzten Spiele in dieser Saison, droht ein Jahr ohne Europapokal-Abende. Und dennoch dürften die Gedanken an das Istanbul-Highlight am 20. Mai bei den Profis im Spiel gegen RB nur schwer zu verdrängen sein.
«Wir wären falsch beraten, mit dem Kopf woanders zu sein», mahnte Trainer Julian Schuster vor der anspruchsvollen Aufgabe gegen den Tabellen-Dritten aus Leipzig. Es steht halt auch in der Bundesliga etwas auf dem Spiel.
Reicht es am Samstag gegen 17.30 Uhr für Tabellenplatz sieben, hätte der Sport-Club seine Bundesliga-Saison erfolgreich abgerundet. Aber ist der Reiz, diese womöglich einmalige Chance, sich am kommenden Mittwoch mit einem Coup gegen Aston Villa zum Europapokal-Champion zu küren, nicht viel, viel größer?
Ginter setzt klare Priorität
Für Matthias Ginter hat das Endspiel klare Priorität. «Klar ist auch, dass das Euro-League-Finale der Fokus ist», räumte der Abwehrchef zumindest nach der Niederlage beim Hamburger SV ein. Dabei spiele es auch eine Rolle, dass der siebte Platz nicht für die erneute Qualifikation für die Europa League, sondern nur für die drittklassige Conference League reiche.
«Wir wollen das erreichen, was möglich ist», meinte im Gegensatz dazu Stürmer Igor Matanovic. Es wäre ihm egal, welcher Wettbewerb dabei herausspringe.
Ein Europa-League-Triumph im Besiktas-Stadion wäre gar verknüpft mit der erstmaligen Teilnahme des Vereins an der Champions League. Es wäre ein sportlicher und finanzieller Quantensprung, den Aston Villa verhindern möchte.
Der Vorteil in der Ausgangslage
Im Saisonfinale der Bundesliga liefert sich der heimstarke SC Freiburg ein Fernduell mit Eintracht Frankfurt (gegen den VfB Stuttgart) und dem FC Augsburg (beim 1. FC Union Berlin). Einen Punkt liegen die Breisgauer vor den Konkurrenten und haben es damit in der eigenen Hand. Die Sachsen haben ihr Saisonziel bereits erreicht und spielen in der kommenden Saison in der Champions League. Doch die individuelle Klasse spricht klar für RB.
Der Saisonabschluss elektrisiert
Deswegen ist es ist nicht auszuschließen, dass der Sport-Club in seinem vorletzten Auftritt vor der Sommerpause vom Europapokal-Rang rutscht. Doch dann kommt ja noch der letzte, der sportliche Höhepunkt. Das Finale in Istanbul elektrisiert den SC Freiburg und sein Umfeld. «Wir müssen einfach nur das letzte Spiel gewinnen, dann ist alles gut», sagte Ginter.

