Der Misshandlung und dem sexuellen Missbrauch von Kindern will das Land Baden-Württemberg künftig mit Datenbrillen auf die Spur kommen. Getragen werden sie von untersuchenden Ärzten, das Bild wird gleichzeitig an Experten aus der Rechtsmedizin übertragen, teilte das Sozialministerium mit. Dadurch solle geklärt werden, ob Verletzungen etwa durch Schläge oder durch einen Unfall entstanden sind.

Hintergrund ist den Angaben zufolge, dass Kinderärzte den Ursprung von Verletzungen manchmal schwer einschätzen könnten. Deshalb sei die Zusammenarbeit mit Rechtsmedizinern entscheidend. Federführend bei dem Projekt ist das Institut für Rechts- und Verkehrsmedizin am Universitätsklinikum Heidelberg. Für das Modellprojekt „Armed“ gibt das Land 1,8 Millionen Euro aus.

Zunächst sollen mehrere Pilotstandorte an Kliniken eingerichtet werden. Mit Hilfe der Datenbrillen sehen die Rechtsmediziner in der Ferne die Untersuchung „mit den Augen des Arztes“. Die Technik trage auch zur gerichtsfesten Dokumentation und Spurensicherung bei. Im Fall strafbarer Handlungen könnten den Kindern deshalb Mehrfachuntersuchungen erspart bleiben, sagte Sozialminister Manfred Lucha (Grüne). epd